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Alles über's Reisen

Und runter die Ostküste - Zwischen Natur und Großstädten

Aktualisiert: 30. Sept. 2018

Townsville - Sydney


5. Juni 2018 - 22. Juli 2018



Bowen: Ein Urlaubsparadies


Nach ein paar weiteren schönen Tagen in Townsville machten wir uns voller Energie auf in Richtung Süden, genauer gesagt nach Bowen, einem netten, etwa 200 Kilometer entfernten Ort. Auf dem dortigen Campingplatz sahen wir erstaunlich viele andere Backpacker, die ebenfalls in ihren Autos oder in Zelten schliefen und wie wir auf einer „unpowered site“ standen.

Dass uns dies überhaupt auffiel hat den einfachen Grund, dass wir uns ziemlich oft fragen, warum wir so gut wie nie andere Rucksackreisende auf Campingplätzen treffen. Campen die etwa alle illegal in abgelegenen Gegenden oder auf Rastplätzen? Und wenn ja, warum sahen wir dann doch einen ganzen Haufen von ihnen auf genau diesem Campingplatz herumlungern? Sie scheinen immer nur ziemlich punktuell an Orten zu sein – Cairns, hier, Byron Bay - Wir konnten es uns nicht erklären und blieben auch nur eine Nacht in Bowen – aber natürlich fuhren wir nicht ab, bevor wir nicht ein paar atemberaubende Strände besichtigten.


Die paradisische Horseshoe Bay mit Blick auf die Ausläufer der Whitsunday Islands im Hintergrund

An der „Murray Bay“ wartete ein kurzer Weg über beigen Felsen auf uns, der uns zu weißem Sand und mit Felsen durchsetztem, klarem Wasser führte.

Der Anblick hätte durchaus auch nach Italien oder Spanien gepasst und eine kurze Pause auf einem der sonnengewärmten Felsen lud zu verträumten Blicken über die Wellen ein

Ein anderer, wirklich schöner Strand ist an der „Horseshoe Bay“ anzutreffen, wohl der bekannteste Strand in Bowen, an der wir sogar drei Meerwasserschnecken entdeckten, die an den Strand gespült oder gekrochen waren und aussehen wie ein Haufen Algen. Bowen wirkte auf uns wie ein perfekter Urlaubsort, was auch die vielen Campingplätze, Hotels und Resorts bestätigten.


Airlie Beach: Luxusyachten vor Regenwaldkulisse


Da wir nicht viel davon halten, für einen einfachen Stellplatz auf einem Campingplatz Unmengen an Geld zu bezahlen, schliefen wir nicht direkt im teuren Airlie Beach sondern etwas außerhalb auf einem ziemlich alternativen Campingplatz in Preston. Das Gelände war sehr hügelig und die Plätze von Palmen umgeben, kurz gesagt kamen wir uns vor wie im Dschungel. In den Toilettenkabinen hing sogar ein kleiner Warnhinweis: „Baumfrösche mögen Wasserlilien – Und unsere Toiletten. Bitte jedes Mal den Deckel hinunter klappen!“ Zwar konnte der Platz, der bis vor ein paar Jahren noch ein Nudisten-Camp war, mit seiner Ausstattung nicht mit dem hohen Standard in Airlie Beach mithalten, nett fanden wir ihn aber trotzdem. Am Abend beobachteten wir die vielen Kookaburras, auch „Lachender Hans“ genannt, die sich mit Freude auf die Strommasten und abgeholzte Baumstämme setzten und ihr affenartiges Geschrei zum Besten gaben.


Der Yachthafen von Airlie Beach

Airlie Beach selbst ist der Ausgangspunkt für Bootstouren zum Great Barrier Reef und den „Whitsunday Islands“, einer Inselgruppe die aus 74 Inseln besteht, von denen aber nur 17 bewohnt werden. Ursprünglich waren die Inseln ein Gebirge und gehörten bis zur letzten Eiszeit zum Festland Australiens. Vor 30.000 bis 50.000 Jahren schmolz das Eis ab und der Meeresspiegel stieg an. Dies hatte zur Folge, dass das vulkanische Gebirge vom Festland getrennt wurde und die Bergspitzen übrig blieben und zu den Whitsunday Islands wurden. Ab etwa 250 AUD pro Person kann man eine Tour buchen, die in den meisten Fällen zum „Whitehaven Beach“ führt, einem Strand der mit einem Quarzgehalt von 99% zu den weißesten Sandstränden der Welt gehört. So schön das klingt, ehrlich gesagt schreckte uns der hohe Preis mit dem die Touren warben schon ganz schön ab und da wir auch nicht unbedingt darauf stehen mit hunderten anderen zu einer Sehenswürdigkeit gekarrt zu werden, entschieden wir uns nach einiger Überlegung dafür, die sicherlich wunderschönen und mit Wald bewachsenen Inseln nicht zu besuchen.

Stattdessen gingen wir ein wenig am Hafen im Ort entlang und schauten uns die Yachten an, die mal mehr und mal weniger groß und luxuriös waren und in dem türkisblauen Wasser trieben. Airlie Beach ist definitiv touristischer und mondäner als Bowen, hat aber auch seinen Charme und eine nette Einkaufsmeile in der Nähe des Hafens.


Cape Hillsborough


Cape Hillsborough ist ein Nationalpark, den wir auf unserer Fahrt nach Mackay als Zwischenstopp einbauten und der definitiv mit natürlicher Schönheit bezaubert. Von einem Parkplatz aus gingen wir zunächst ein wenig über den Strand und schließlich durch einen Wald zu einem Lookout. Eidechsen huschten immer wieder zwischen Felswänden und auf dem Boden umher, Vogelgezwitscher erfüllte den Wald, es war unheimlich heiß und riesige Schmetterlinge mit bunten Flügeln flatterten über unsere Köpfe.

Der Weg hinauf war anstrengend, doch er belohnte uns mit einem fantastischen Ausblick auf einen wirklich tollen Strand und mehrere kleine Inseln in dem, wie sollte es auch anders sein, klarem und durch die Sonne strahlendem Wasser

Ein Abstecher hierher lohnt sich allemal, auch wenn man nicht so sehr auf lange Wanderungen steht und einfach an einem sauberen Strand unter ein paar Palmen im Schatten liegen möchte.


Blick auf die Wedge Island vom Cape Hillsborough

Rockhampton: Schöne Ausblicke und ein kostenloser Zoo


Obwohl Rockhampton nicht am Meer liegt, hat es (Achtung, Wortwitz!) mehr zu bieten als so mancher anderer Ort. So gibt es mehrere Gärten, wie die „Kershaw Gardens“, in denen zu dem Zeitpunkt unseres Aufenthaltes kräftig umgebaut wurde. Außerdem gibt es einen tollen botanischen Garten, in dem zusätzlich ein See mit etlichen Wasservögeln und ein kostenloser Zoo integriert sind.

Der Tierpark stellt größtenteils australische Tierarten vor, von Känguru über Koala bis hin zu Schlangen, Kasuaren und Krokodilen. In einer begehbaren Kuppelvoliere sahen wir weißse Löffelvögel im Schlamm nach Nahrung suchen und grüne Königspapageien an Bäumen spielen. Ein paar Dingoes kläfften sich wütend an, bis die Pflegerin mit Futter kam und die Wildhunde vergnügt mit dem Schwanz wedelten und sich von ihr genüsslich streicheln ließen. Besonders lange blieben wir tatsächlich bei den „freshies“ (Süßwasserkrokodilen) und einem stattlichen „saltie“ (Salzwasserkrokodil) stehen und beobachteten wie sich die Tiere bewegungslos im Wasser treiben ließen.


"Isabella" im Zoo von Rockhampton

Als ein mutiges Blesshuhn direkt vor dem saltie, dass wir übrigens auf den Namen Isabella tauften, hin und her lief, blicken wir noch gespannter auf das über drei Meter große Reptil, dass sich allerdings nicht auf den kleinen Leckerbissen einließ und den waghalsigen Vogel ignorierte. So interessant diese Tiere auch sind, die schon vor den Dinosauriern auf diesem Planeten leben und wohl auch noch unsere Spezies überdauern werden, in der Wildbahn will ich den geschickten Jägern doch lieber nur mit einem gehörigen Abstand begegnen.

Einen schönen Überblick über Rockhampton und die nähere Umgebung erhielten wir auf dem „Mount Archer“, der innerhalb weniger Minuten von der Stadt aus zu erreichen ist und auf dem man neben einem schönen Aussichtspunkt auch ein paar kurze Wanderwege findet, die besonders an einem lauen Abend eine tolle Atmosphäre bieten.


Noosa: Viel Regen und vielversprechende Landschaften


Schon einige Monate bevor wir nach Australien fuhren erhielt ich von einem ehemaligen Backpacker den Tipp, unbedingt nach Noosa zu fahren, da dies einer der schönsten Orte sei, die er während seiner Reise durch Australien gesehen hätte. Und tatsächlich, die kleine Stadt hat durchaus Charakter und vor allem die niedliche Einkaufsmeile erinnert an Ferienorte in Italien und weckt Urlaubsstimmung. Es gibt einen Nationalpark und viel Wasser: das Meer, den „Lake Cootharaba“ und den Noosa River.

Doch dem Himmel war dies anscheinend noch nicht genug, denn während den vier Tagen dort schüttete es an der „Sunshine Coast“ die meiste Zeit wie aus Eimern, was unsere Freude über die wirklich schöne Umgebung leider deutlich schmälerte. Da der Campingplatz nur über eine offene Küche verfügte, wie es in Queensland generell üblich zu sein scheint, warteten wir lange im Auto bis der Regen schwächer wurde und wir mit unseren Kochutensilien schnell dorthin laufen konnten, ohne komplett nass zu werden. Die Feuchtigkeit zerrte an unseren Nerven und wir bekamen zu spüren, dass Campen bei gutem Wetter sehr viel Spaß machen kann, bei Regen und Wind allerdings nicht zu unseren Lieblingstätigkeiten gehört.


Brisbane: Großstadtgefühle und der zweite Besuch aus Deutschland


Nach den ungemütlich nassen Tagen in Noosa freuten wir uns umso mehr darauf, in Brisbane eine Unterkunft zu beziehen, die wir mal wieder ein paar Wochen zuvor auf Airbnb gefunden hatten und die uns ein Zimmer in der Nähe einer Zugstation versprach. Zum ersten Mal kamen wir bei einem männlichen Gastgeber unter, der in Sachen Organisation und Sauberkeit aber gut mit seinen weiblichen Vorgängern mithalten konnte.

Mit dem Zug benötigten wir etwa eine Dreiviertelstunde in die Innenstadt Brisbanes, der Hauptstadt von Queensland, in der etwa 2,5 Millionen Menschen leben. Die Stadt liegt am Brisbane River und ist ein Mittelpunkt zwischen den beliebten Urlaubsorten Sunshine Coast und Gold Coast, die auch für das gute Wetter bekannt sind (Genau, Noosa!). Gegründet wurde die Großstadt ursprünglich, wie auch Sydney - als Sträflingskolonie und war zunächst unter dem Namen „Moreton Bay“ bekannt, bis sie später nach Sir Thomas Brisbane, dem Gouverneur von New South Wales umbenannt wurde. Wir hatten noch nicht viel über Brisbane gehört, nur dass sie, wie Adelaide, wohl für Touristen ein wenig langweilig sein solle. Allerdings ließen wir uns nicht von dieser Meinung beeindrucken und entschlossen uns schon im Vorhinein dazu, der Stadt eine Chance zu geben. „Irgendwie will ich Brisbane einfach mögen“, sagte Simon.


Brisbane City an einem weiteren sonnigen Mittag

Der erste Eindruck enttäuschte uns nicht: wir kamen aus dem Bahnhofsgebäude und standen inmitten von beeindruckenden Wolkenkratzern, die mit ihren glänzenden Fensterfassaden eine „New York Atmosphäre“ schafften

Wir liefen durch die geschäftige Innenstadt zu dem botanischen Garten am Fluss entlang und kamen ziemlich schnell zu dem Entschluss: Wir mögen Brisbane tatsächlich! Wir sahen alte Gebäude, wie das riesige „Treasury Casino“, einen Miniatur Regenwald, eine nepalesische Friedenspagode und einen öffentlichen Swimmingpool mit Blick auf den Fluss und die Hochhäuser auf der anderen Seite.

Auch ein wenig außerhalb der Innenstadt gab es noch etwas zu sehen, wie den Mount-Coo-tha, der einen Lookout auf die Skyline Brisbanes ermöglicht und einen weitläufigen botanischen Garten zu bieten hat. In dem Garten lassen sich mit Sicherheit einige Stunden verbringen, der japanische gestaltete Teil lädt zum meditieren ein, im Gemüsegarten werden Kochseminare angeboten und zu Simons Freude, den ich mittlerweile gerne „Simon der Sukkulentenfreund“ nenne, standen wir auch vor meterhohen, mit dicken Stacheln besetzten Kakteen. Außerdem hatten wir in unserer gesamter Australienkarriere noch nie zuvor so viele Spinnen auf einem Haufen gesehen wie dort zwischen den Baumkronen. Über zwanzig Achtbeiner hatten sich zu einer WG-Gründung entschlossen und gemeinsam ein imposantes Netz gesponnen, in dem sie nun hockten und auf Beute warteten.


Der Blick auf Brisbane's Skyline vom Mount Coo-tha

Am 10. Juli war es dann endlich soweit: wir erhielten zum zweiten Mal während unserer Reise Besuch aus Deutschland. Mein Vater und seine Freundin Maria waren zehn Tage zuvor in Cairns gelandet, hatten sich dort ein Auto geliehen und wollten mit uns gemeinsam von Brisbane nach Sydney fahren. Wir trafen uns an der "Marumba Downs" Zugstation und fuhren gemeinsam in die Innenstadt. Nach fast neun Monaten war die Wiedersehensfreude natürlich groß und sie wurde durch ein leckeres Mittagessen in einem Restaurant in Southbank (das die beiden uns spendierten) noch ein wenig gesteigert 😉.

Wir zeigten den beiden die Stadt und mussten uns erst einmal an das deutlich gemächlichere Tempo gewöhnen, dass die beiden vorgaben. Vielleicht war dies aber auch gar nicht so schlecht, denn im Normalfall sind Simon und ich recht fix unterwegs und sind so meist ziemlich schnell mit unseren Vorhaben fertig. Nach ein paar Stunden in Queenslands Hauptstadt fuhren wir mit den beiden zurück nach Noosa, wo sie für die nächsten zwei Nächte ein Apartment für uns alle zusammen gemietet hatten. Für Simon und mich war das Apartment natürlich der pure Luxus im Gegensatz zu unserem normalen Camperleben, weshalb es uns auch ziemlich egal war, dass wir Noosa auch dieses Mal erneut nur bei Regen erlebten.


Byron Bay: Ein Paradies für Delfin- und Walbeobachter


Auf dem Weg von Noosa nach Byron Bay wollten wir einen gemeinsamen Zwischenstopp einlegen, welcher allerdings nicht Brisbane sein solle, da wir dort ja nun schon zusammen waren. Also entschieden wir uns dazu, uns in Surfers Paradise, einem Teil der „Gold Coast“ zu treffen. Die Gold Coast ist Australiens größte Touristengegend und hat sich innerhalb von nur fünfzig Jahren von einer Ansammlung kleinerer Orte zu der zweitgrößten Stadt Queenslands gemausert. Die vielen Urlauber, die jedes Jahr in die unzähligen Hochhaushotels einziehen, die das Stadtbild prägen, werden vor allem durch das subtropische Klima, die annähernd sechzig Kilometer Strand und das geschickte Marketing angelockt. Zugegeben, ein wenig seltsam ist es schon, wenn ein Hochhaus seinen Schatten auf den Strand wirft, welcher von hunderten Surfern und Sonnenanbetern belagert wird. Wenn man in der Gegend ist, sollte man ruhig mal in dieser einzigartigen Stadt vorbeischauen, Urlaub machen wollten Simon und ich hier aber auf keinen Fall. Maria fand es dort wohl am schlimmsten und redete noch Tage später davon, wie schrecklich sie diese „Hochhausstadt“ fand.


Das Cape Byron Lighthouse am östlichsten Punkt des australischen Festlands

Nach einem kurzen Imbiss in einer Strandbar fuhren wir dann auch schnell weiter und kamen ein paar Stunden später in Byron Bay an, was wohl auch den Namen „Hippie Bay“ verdient hätte. Die Menschen in der Stadt sahen größtenteils sehr entspannt aus, trugen wallende Stoffhosen und Dreadlocks und gingen in Geschäfte mit „organic products“ und Batik-Shirts. Byron Bay löste gute Laune bei uns aus und auch naturtechnisch hatte es einiges für uns zur Verfügung gestellt. Bei strahlendem Sonnenschein und „blaustem Himmel“, wie Simon zu sagen pflegt, gingen wir den Cape Byron Walking Track zum berühmten Leuchtturm, der beispielsweise in der Serie „H20 - Plötzlich Meerjungfrau“ zu sehen ist.

Der Weg begann mit einem kleinen Aufstieg und bot uns schon bald einen tollen Ausblick auf das Meer, auf dem wir bei genauerer Betrachtung einige Wasserfontänen erblickten, welche von Buckelwalen verursacht wurden

Wenig später ging es wieder bergab und am Strand entlang, nur zum Leuchtturm hinauf brauchten wir nochmal ordentlich Durchhaltevermögen und Schweiß. Immerhin schafften wir es alle nach oben und somit auch zum östlichsten Punkt Australiens, wie uns ein offizielles Schild mitteilte. Erschöpft blickten wir auf das klare Meer unter uns und entdeckten nicht nur weitere Walfontänen sondern auch eine Meeresschildkröte und eine Gruppe Delfine, welche spielerisch durch die Wellen surfte. Fasziniert schauten wir den quirrligen Meeressäugern zu und erfreuten uns anschließend an einem erfrischenden Eis in dem „Lighthouse Café“. Am Abend beendeten wir den gelungenen Tag noch mit einem Spaziergang am „Tallows Beach“ und sogar Maria gab zu, dass dieser kilometerlange Sandstrand doch ein wenig schöner sei als die Nordsee.


Port Macquarie: Das Koala-Krankenhaus


Jeder, der nach Australien kommt, möchte mit Sicherheit auch etwas von den echten australischen Tieren sehen. Besonders beliebt sind wohl Kängurus und Koalas, und letztere kann man besonders gut im Koala Hospital in Port Macquarie beobachten. Von unserem Apartment aus konnten wir bequem zu Fuß zum Krankenhaus laufen, welches aus mehreren Außengehegen besteht in denen verletzte Koalas wieder fit für die Natur gemacht werden. Wir schauen uns die niedlichen Beuteltiere in aller Ruhe an, die laut meinem Vater alle ein wenig aussehen würden wie „Meister Yoda“ aus Star Wars.

Obwohl Koalas hauptsächlich auf Eukalyptusbäumen leben und sich von deren Blättern und Rinde ernähren, ist die häufigste Ursache, wegen der sie im Hospital eingeliefert werden, ein Unfall mit einem Auto. Die Tiere leben normalerweise in kleinen Gruppen, ziehen allerdings auch oft in andere Wälder um, um die Genvielfalt zu erhalten. Und bei so einem Umzug kommt es nun mal leider häufig dazu, dass die pelzigen Tiere es mit einem blechernen Gegner zu tun bekommen.

Einem Koala, den wir in seinem Gehege sahen, fehlte sogar nicht nur ein Bein, sondern auch ein Auge und dennoch war er ungewöhnlich aktiv und kletterte wie verrückt durch das Gehege. In der Natur hätte der zähe Bursche nach seinem Unfall wohl kaum überlebt, doch im Koala Hospital kann er noch lange ein geschütztes Leben führen. Meiner Meinung nach ist das kostenlos besuchbare Krankenhaus wirklich eine tolle Einrichtung und definitiv einen Abstecher wert.


Sydney: Auf ein Neues in der schönsten Metropole Australiens


Bevor wir zum zweiten Mal nach Sydney kamen, waren Simon und ich durchaus ein wenig aufgeregt. Würde uns die Großstadt am Port Jackson wohl immer noch so gut gefallen, wie vor über einem halben Jahr? Mit meinem Vater und Maria checkten wir in einem Hotel mit Ausblick auf den Flughafen ein, was besonders Simon erfreute, der nun vier Tage lang nur aus dem Fenster schauen musste, um Flugzeuge zu sehen. Mit dem Zug fuhren wir in die Stadt und noch vom letzten Mal wusste ich, dass man die Oper und die Harbour Bridge bereits vom Zug aus sehen kann, wenn man in die Station Circular Quay einfährt.


Ein alter Postkasten in Sydney's Altstadtviertel "The Rocks" vor restaurierten alten Kasernengebäuden

Zwar kamen wir dieses Mal aus der anderen Richtung, meine Erinnerung hatte mich dennoch nicht im Stich gelassen und die beiden Wahrzeichen taten sich vor uns auf. Wir machten einen kleinen Sightseeing Rundgang und besuchten auch das Altstadtviertel „The Rocks“, in dem wir in einem netten Straßenrestaurant auf einen Kellner trafen, der ein wenig deutsch konnte und uns nach dem Essen sehr sympathisch einen „unglaublichen Tag“ wünschte. Wir gingen zwischen den vielen Hochhäusern umher, was mein Vater mit „jetzt müssen wir gar nicht mehr nach New York fahren“ kommentierte. Auch den botanischen Garten ließen wir nicht aus und entdeckten zwischen den hohen Baumwipfeln das Logo der Deutschen Bank. Die Globalisierung findet also auch am anderen Ende der Welt statt.

Ein größeres Highlight als der Donut-Laden um die Ecke von unserem Hotel wurde nur ein Besuch des Taronga-Zoos, welchen wir mit einer Fähre aus erreichten, die uns vom Circular Quay über den Hafen etwa fünfzehn Minuten bis zum Eingang des Tierparks brachte. Mit einer Seilbahn fuhren wir anschließend den Hügel hinauf, auf dem der Zoo erbaut wurde und gingen den Weg ganz entspannt an den Gehegen vorbei wieder nach unten. In einer Art Höhle konnten wir uns nachtaktive Tiere anschauen, wie Possums, verschiedene Mäuse und Flughörnchen, die zu unserer großen Freude sogar dazu in der Lage waren an der Glasscheibe entlang zu laufen. Neben ein paar „exotischen“ Tieren aus Afrika und Asien gab es natürlich auch eine Australien-Abteilung. Besonders über einen robusten Wombat freute sich mein Vater, der diese interessanten Beuteltiere, die eng mit dem Koala verwandt sind, zu seinem neuen Lieblingstier auserkoren hatte. Nach dem Zoobesuch brachte uns eine Fähre zurück zum Circular Quay und die Aussicht auf die beiden Wahrzeichen der Stadt war auch vom Wasser aus eine Augenweide.


Sonnenuntergang im Hotel auf den abendlichen Port Jackson mit Sydney's bekanntesten Wahrzeichen

Zum Abschluss unserer gemeinsamen Zeit in Australien gingen wir um fünf Uhr am Abend in die Bar des „Shangri La“ Hotels, die im 36. Stockwerk liegt und einen wirklich atemberaubenden Blick auf die Stadt liefert. Wir ergatterten einen schönen Fensterplatz und genossen unsere Drinks mit einem „Million Dollar View“. Dies war wahrlich ein toller Ausklang einer gelungenen Reise, die zumindest für Simon und mich noch lange nicht zu Ende war.


 

Die Route:

Bowen, Airlie Beach, Cape Hillsborough, Rockhampton, Noosa, Brisbane, Byron Bay, Port Macquarie, Sydney



 

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