Silvester am anderen Ende der Welt: Feuerwerk in Sydney
- Pengwingstravel
- 31. Dez. 2017
- 3 Min. Lesezeit
Aktualisiert: 9. Juni 2018
31. Dezember 2017

Schließlich war es tatsächlich so weit: schon lange hatte ich davon geträumt, einmal das Feuerwerk am Hafen von Sydney mit eigenen Augen zu sehen. Bereits in den Tagen vor dem 31.12.17 hatten wir versucht heraus zu bekommen, welche der vielen Public Viewing Areas für uns am besten geeignet wäre.
An einem Infostand zum Thema SydNYE (der Buchstabendreher bezieht sich auf New Years Eve) erhielten wir einen Flyer, auf dem die verschiedenen Orte aufgelistet waren. Für uns spielten natürlich die Aussicht, aber auch die Kapazität eine große Rolle, weshalb wir uns schließlich für die „Campbell Cove“ im Stadtteil The Rocks, der Altstadt Sydneys, direkt am Hafen, entschieden. So hatten wir die Harbour Bridge links neben uns und das Opera House auf unserer rechten Seite auch gut im Blick. Außerdem betrug die Kapazität nur 5.000 Menschen.
Schon lange hatte ich davon geträumt, einmal das Feuerwerk am Hafen von Sydney mit eigenen Augen zu sehen
An einem anderen, besonders bei vielen jungen Leuten sehr beliebten Platz, auf der anderen Seite des Hafens (in der Nähe des botanischen Gartens) lag die Kapazität schon bei unglaublichen 40.000 Menschen, was uns eindeutig zu voll gewesen wäre. Bereits um elf Uhr morgens machten wir uns von Newtown aus mit dem Zug auf den Weg, schließlich sind (zumindest die meisten öffentlichen Plätze) frei zugänglich, es gilt das Prinzip: Wer zuerst kommt, mahlt zuerst. Ist die Kapazität erreicht, wird die Area geschlossen und man kommt nicht mehr hinein.
Als wir bei The Rocks ankamen, waren bereits einige Leute dort, allerdings noch lange keine 5.000. Trotzdem beschlossen wir, anstatt wie geplant noch einmal kurz im botanischen Garten vorbei zuschauen, uns schon mal ein nettes Plätzchen zu suchen, wäre es doch wirklich sehr ärgerlich, keinen guten Platz mehr zu ergattern. Wir setzten uns vorübergehend auf eine Stufe aus Stein, allerdings bemerkten wir schnell, dass dies keine Dauerlösung sein könne, schließlich tat uns schon nach kurzer Zeit der Hintern weh. Und jetzt?
Da bis Mitternacht noch einige Stunden zu überbrücken waren, schickte ich Simon nach Newtown zurück, um unsere beiden Campingstühle zu holen und zusätzlich auch noch eine Decke mitzubringen. Gesagt, getan und nach ungefähr einer Stunde erschien er reichlich bepackt erneut auf der Bildfläche. Die Stühle waren eine enorme Verbesserung, nun mussten wir uns nur noch die weiteren Stunden vertreiben. Da wir vorsichtshalber unsere E-Books eingepackt hatten (die übrigens enorm praktisch sind, da man auch abends im Dunkeln noch lesen kann und es viel leichter und platzsparender ist als Bücher aus Papier), hatten wir wenigstens ein kleines Unterhaltungsprogramm.
Die dreizehn Stunden zogen sich allerdings schon ungemein, vor allem, da man sich nicht wirklich bewegen konnte. Immer, wenn ich mal auf die Toilette musste, brauchte ich (vor allem je später es wurde) bis zu einer halben Stunde, um mich zwischen stehenden, liegenden und sitzenden Menschen hindurch zu schlängeln, mich in die Schlange vor den Toiletten einzureihen und den Rückweg zu meistern. Da überlegte man es sich tatsächlich zweimal, ob man wirklich dringend musste, oder das Ganze noch warten könnte. Um 21 Uhr gab es dann schon das erste, achtminütige Vor-Feuerwerk, welches vor allem für Familien mit Kindern gedacht ist, welche nicht bis um Mitternacht warten möchten. Außerdem fuhren mehrere, mit großen Lichterketten geschmückte Schiffe durch den Hafen, was in der Dunkelheit schon recht nett zu betrachten war.
Um kurz vor Zwölf stellten wir uns dann in Position, ich hatte meine Kamera dabei, um den großen Augenblick filmen zu können (YouTube) und wir hatten fantastischer Weise einen super Platz in der Front-Row.
Um zehn Sekunden vor Mitternacht wurde der Countdown eingeleitet und dann ging es auch schon los: ein zwölfminütiges Feuerwerk vom Feinsten. Sowohl an der Brücke, als auch am Opernhaus waren abwechselnd die schönsten Farben zu sehen und der entstehende Rauch bot dabei einen weiteren, tollen Effekt.
Wir waren wirklich begeistert, denn so hatte sich das lange Warten tatsächlich gelohnt. Als das Feuerwerk vorbei war, machte sich die gesamte Meute auf den Weg, zurück zu den verschiedenen Zugstationen und nach Hause. Da es an vielen Areas ein striktes Alkoholverbot gab, sah man wirklich kaum Betrunkene (im Grunde nur einen, der fröhlich rief: Oh my god, I am so drunk!), was ich unglaublich angenehm fand. Man ging also langsam, in einer riesigen Menschentraube zur Station und im Endeffekt hat mir dieses gemeinsame durch-Sydney-Laufen ziemlich gut gefallen, da eine wirklich angenehme Atmosphäre herrschte.
Sowohl an der Brücke, als auch am Opernhaus waren abwechselnd die schönsten Farben zu sehen und der entstehende Rauch bot dabei einen weiteren, tollen Effekt
Wir haben zwar im Getümmel unsere eigentlich angesteuerte Zugstation verpasst, was aber kein Problem war. Als wir gegen halb zwei wieder zurück in unserer Unterkunft waren, war ich schon ziemlich erschöpft, allerdings hatte sich ein großer Traum von mir verwirklicht und auch wenn ich auf das lange Warten hätte verzichten können, so war es doch eine außergewöhnliche und unvergessliche Art ins neue Jahr zu starten.
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