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Alles über's Reisen

Entlang der Great Ocean Road zurück nach Adelaide

Melbourne - Adelaide


18. April 2018 - 8. Mai 2018



Welcome back to Melbourne!


Am Abend und in der Nacht des 17.04.18 fuhren wir mit der Spirit of Tasmania 1 zurück ans Festland. Wir freuten uns auf fünf Tage in Craigieburn, in derselben Unterkunft, die wir schon bei dem letzten längeren Melbourne-Aufenthalt bewohnten. Elf Stunden lang schipperte das große Schiff dahin und legte am nächsten Morgen um halb sieben im Melbourner Hafen an. Die Nacht war glücklicherweise ruhig verlaufen, wir schliefen wie bei der letzten Fährfahrt auch, auf zwei Reclinern, was zwar komfortabler war als ein normaler Sitz, trotzdem aber zu einer Nacht mit wenig Schlaf führte. Müde aber glücklich machten wir uns auf den Weg nach Craigieburn wo wir von unseren Gastgebern erneut freundlich empfangen wurden und uns direkt wieder wie Zuhause fühlten. Nach einer mehrstündigen Pause in unserem gemütlichen Zimmer, zog es uns zur Mittagszeit dann doch in die Stadt, die wir zuletzt vor neun Wochen besucht hatten. Sonnenschein und angenehme Wärme empfing uns, was wirklich eine wohlige Abwechslung zum kühlen Tasmanien darstellte. Entspannt aßen wir bei einem günstigen indischen Imbiss, liefen am Yarra River entlang und genossen die Sonne.

Als wir gerade wieder aufbrechen wollten, bemerkte Simon allerdings etwas ziemlich Beunruhigendes – sein Portemonnaie war nicht mehr in seiner Hosentasche. So schnell wir konnten liefen wir alle Plätze ab, an denen wir zuletzt waren, doch wie zu erwarten war fanden wir: genau, nichts. Wir waren natürlich überaus frustriert und die lockere Stimmung verflog im Nu, denn neben 400 AUD Bargeld fehlten nun auch noch sämtliche Bankkarten, der Personalausweis und der Führerschein. Ich sah uns schon in der deutschen Botschaft in Canberra sitzen und Ersatzpapiere beantragen und Simon war natürlich auch nicht gerade begeistert. Er hatte gerade seine Kreditkarten gesperrt und wir befanden uns auf dem Weg zu einem Fundbüro, als ein Anruf einging: ein ehrlicher Finder hatte Simons Gelbbörse gefunden und bei einer Westpac-Filiale in der Collins Street abgegeben! Wir konnten unser Glück kaum fassen und tatsächlich, als wir (nach ein wenig Verwirrung, da es ganze vier Westpac Branches in der Collins Street gibt und wir zunächst zwei falsche ansteürten) in der Bank ankamen, wurde uns das Portemonnaie vollständig ausgehändigt.

Es gibt sie also noch, Menschen, die nicht die erstbeste Möglichkeit ergreifen ein paar Dollar zu „erhaschen“, sondern den Geldbeutel netterweise irgendwo abgeben, wo der Besitzer ihn wieder erhalten kann

Uns fiel ein wahrer Stein vom Herzen, allerdings werden wir bei den nächsten Stadtbesuchen keine wichtigen Unterlagen und nur wenig Bargeld mitnehmen, denn im Zweifel kann man Geldverlust besser wegstecken als einen verlorenen Personalausweis.


Der Botanische Garten in Melbourne ist der größte der südlichen Hemisphäre
Der Botanische Garten in Melbourne ist der größte der südlichen Hemisphäre

Die weiteren Tage in Melbourne verliefen sehr entspannt, wir fuhren noch ein weiteres Mal in die Stadt und besuchten den herrlichen botanischen Garten, der der größte auf der südlichen Hemisphäre ist und wirklich fantastische Pflanzen zu bieten hat. Wir liefen durch einen künstlichen Farn-Dschungel, drehten eine Runde im schwülen Tropenhaus und saßen auf einer Bank unter duftenden Eukalyptusbäumen und zwischen blühenden Beeten. Obwohl wir zuvor schon ein paar Mal im botanischen Garten waren, war auch dieser Besuch wieder einmal wunderschön, denn der australische Herbst gleicht eher einem wunderbaren Spätsommer, mit warmen Temperaturen, Sonne und bunt verfärbten Blättern. Also wenn der deutsche Herbst so aussehen würde, würde ich ihn lieben!

Neben freizeitlichen Aktivitäten kümmerten wir uns aber auch um ein anderes Anliegen: unser Auto Jack bekam eine sogenannte „Major Inspection“, sprich eine Haupt-Inspektion, bei der alle wichtigen Filter und Flüssigkeiten kontrolliert und ausgetauscht wurden. Natürlich wurde auch eine allgemeine Überprüfung durchgeführt, bei der festgestellt wurde, dass sowohl die Vorder- als auch die Hinterradbremsen verschlissen waren und diese ausgetauscht werden mussten. Die ganze Inspektion sowie die neuen Bremsen und neue Scheibenwischer kosteten uns 1870 AUD – wahrlich kein Pappenstiel! Allerdings erhoffen wir uns, dass der Verkaufspreis des Autos durch die Generalüberholung ansteigt, was das Ganze wieder lohnenswert macht. Außerdem war es beruhigend zu wissen, dass alles in Ordnung ist, besonders weil wir in wenigen Wochen durch das rote Zentrum hoch in den Norden nach Cairns fahren wollten und wir auf ein verlässliches Fahrzeug angewiesen waren.


Great Ocean Road: Ein Roadtrip auf der wohl bekanntesten Küstenstraße Australiens


Fünf Tage nach unserer Ankunft in Melbourne verließen wir die Stadt nun zum allerletzten Mal während unseres Australien Jahres und machten uns auf den Weg nach Adelaide, von wo aus wir Mitte Mai Richtung Wüste fahren wollten. Da wir die „Great Ocean Road“ bisher ausgelassen hatten und stattdessen über das Inland und die Ostkueste nach Melbourne gefahren waren, beschlossen wir, uns dieses Mal Zeit für diese berühmte Küstenstraße zu nehmen. Schon nach etwa zwei Stunden erreichten wir den offiziellen Start der Straße, der durch einen großen Holzbogen gekennzeichnet wird. Ungestört Fotos machen konnten wir dort allerdings kaum, denn außer uns waren noch etwa fünf Reisebusse voller Touristen dort. Kein Wunder, dass wir recht schnell wieder in unser Auto stiegen und uns der Straße widmen wollten.


Das ikonische Great Ocean Road Schild am östlichen Anfang der Straße - bei blaustem Himmel
Das ikonische Great Ocean Road Schild am östlichen Anfang der Straße - bei blaustem Himmel

Tatsächlich fuhren wir nun fast durchgängig an schönen Steilklippen und türkisenem Ozean entlang, was teilweise wirklich fantastische Ausblicke ermöglichte und uns gut gefiel.

Den nächsten Stopp legten wir in Kennet River ein, da uns unsere AirB&B Gastgeberin in Craigieburn erzählt hatte, dass man dort mit ein wenig Glück frei lebende Koalas beobachten koenne. Da wir in fast sechs Monaten in Australien noch keinen einzigen wilden Koala gesehen hatten, wollten wir uns die Gelegenheit natürlich nicht entgehen lassen. Auch hier waren wir nicht allein, unzählige mit Kameras und Selfie-Sticks bewaffnete Menschen fütterten Kakadus und bunte Papageien und starrten wie wir in die Eukalyptusbäume.

Und tatsächlich, auf etwa zwei Metern Höhe entdeckten wir ein graues Fellknäuel in einer Astgablung: ein schlafender Koala!

Zugegeben, sonderlich spannend war er aufgrund seiner Bewegungsfaulheit nicht, aber immerhin hatten wir nun endlich ein weiteres typisch australisches Tier in der Natur gesehen.

Unser Tagesziel stellten die „Twelve Apostles“ dar, eine Felsformation im Meer, die gleichzeitig ein ziemlich bekanntes Wahrzeichen Australiens ist. Bereits in Deutschland hatte ich schon unzählige Fotos von diesen hohen Felsen im Meer gesehen und war natürlich total gespannt, wie es wohl sein wird, wirklich dort zu sein. Zuvor kamen wir allerdings noch an den „Gibson Steps“ vorbei und stiegen die steile, mit Sand bedeckte Treppe hinab zu einem großen Strand. Die Luft war unglaublich salzig, man konnte es quasi auf der Zunge schmecken und es roch zudem wunderbar nach Meer. Unten am Strand sahen wir bereits kleine Felsen aus dem Wasser ragen, die einen ersten Vorgeschmack auf die Apostles boten. Außerdem standen wir nun neben einer atemberaubend hohen Steilklippe, die aussah, als hätte sie jemand mit einem riesigen scharfen Messer einfach abgeschnitten.

Von den Gibson Steps war es kein weiter Weg zu den Twelve Apostles und nach wenigen Minuten fuhren wir bereits auf den großen Parkplatz der Hauptattraktion der Great Ocean Road. Zwar bekamen wir glücklicherweise noch einen Parkplatz, allerdings war die Betonfläche übersät mit Autos, Motorrädern, Campern und Reisebussen. Auch der Flugplatz nebenan, auf dem Helikopterflüge über die Szenerie angeboten werden, war proppenvoll. Ein etwa 500 Meter langer Weg führte uns in einer Menschentraube zu den berühmten Felsen aus Kalkstein, die wir von einer Plattform aus betrachten konnten. Da es sich mittlerweile leider ein wenig zugezogen hatte und außerdem hunderte Menschen herumwuselten um Selfies zu knipsen, blieben wir allerdings nur kurz und beschlossen, lieber noch einmal am Abend herzukommen, wenn die Sonne unterginge und hoffentlich weniger Leute da wären.


Die Twelve Apostels am Morden - Ohne viele Touristen ein echt wunderbarer Anblick
Die Twelve Apostels am Morden - Ohne viele Touristen ein echt wunderbarer Anblick

Also fuhren wir erst einmal zu einem Campingplatz in Port Campbell, dem nächstgelegenen Ort. Nach fünf Tagen Luxus in Craigieburn fanden wir dort einen guten Wiedereinstieg ins Camperleben, denn alles war neu und sauber. Am Abend fuhren wir dann um halb sechs erneut zu den Twelve Apostles, da dann schon die Sonne unterging (der Herbst lässt grüßen) und wir natürlich gerne noch das schöne Abendlicht erleben wollten. Tatsächlich waren immer noch einige Touristen anwesend, allerdings schon wesentlich weniger als noch drei Stunden zuvor. Die Abendsonne tauchte die Landschaft in wunderschönes Licht und wir konnten den Anblick schon wesentlich mehr genießen. Innerhalb von Minuten wurde es dann allerdings auch schon dunkel und so machten wir uns zufrieden auf den Weg zum Campingplatz.

Am nächsten Morgen brachen wir gegen neun Uhr zu einer ausgedehnten Entdeckungstour auf, denn in der Umgebung von Port Campbell gibt es viel zu sehen. Ein drittes und letztes Mal besuchten wir die Apostles und waren zu dieser verhältnismäßig frühen Stunde nur zwei von sehr wenigen Besuchern. Ganz ungestört liefen wir auch noch zu einer anderen Plattform und genossen die entspannte Morgenstimmung. Generell würde ich immer empfehlen, beliebte Sehenswürdigkeiten am Morgen zu besichtigen, dann ist man meistens noch recht alleine und hat Zeit, alles ohne Stress zu betrachten. Die meisten Touristen beginnen unserer Erfahrung nach zwischen zehn und elf Uhr mit ihrem Tagesprogramm, was dann den ganzen Tag anhält. Frühaufsteher werden also belohnt, vor allem wenn man bedenkt, dass wir beim Campen sowieso größtenteils mit der aufgehenden Sonne wach werden und so meist schon mit unserer Tour oder Wanderung fertig sind, wenn andere gerade erst damit beginnen. Natürlich kann man es manchmal nicht verhindern in den Stoßzeiten an Sehenswürdigkeiten zu stehen, zum Beispiel wenn man eine lange Anfahrt hinter sich hat oder mit einer Reisegruppe unterwegs ist. Doch zum Glück sind wir mit unserem Auto sehr flexibel und Zeit haben wir ja sowieso mehr als genug.


Die London Bridge, die wohl zweitbekannteste Sehenswürdigkeit an der Great Ocean Road
Die London Bridge, die wohl zweitbekannteste Sehenswürdigkeit an der Great Ocean Road

Nach den Twelve Apostles besuchten wir noch die „London Bridge“, eine „Brücke“ aus Kalkstein, deren Verbindung zum Festland im Jahre 1990 abbrach, was dazu führte, dass zwei Besucher mit dem Hubschrauber von der neu enstandenen Insel gerettet werden mussten. Außerdem sahen wir die „Loch Ard Gorge“, eine Meeresbucht die von tollen Steilklippen umgeben ist, in denen sich außerdem teilweise offene Tropfsteinhöhlen befinden. Sowohl die „Bay of Islands“ als auch die „Bay of Martyrs“ bietet ähnliche Felsen wie die Twelve Apostles, einer hat mich durch seine Form ein wenig an ein Raumschiff erinnert. Nach mehreren Stunden hatten wir dann auch alles gesehen, was wir sehen wollten und außerdem hatten wir auch langsam Lust auf eine Sightseeing-Pause. Die Zeit auf dem Campingplatz vertrieben wir uns unter anderem mit den beiden Katzen, die dort wohnten und durchaus zutraulich waren.

Da die Region um die Twelve Apostles mehr oder weniger das Ende der Great Ocean Road markieren, verließen wir die Küstenstraße nach drei Tagen Aufenthalt wieder und setzten unsere Reise nach Adelaide fort. Wir verbrachten eine Nacht in Portland, einem Ort, nicht weit von der Grenze nach South Australia entfernt. Der Campingplatz war in Ordnung, allerdings bei weitem nicht so schön wie der in Port Campbell, hatte aber dafür weitere Koalas im petto (dieses Mal ganz für uns alleine). Ganz zufällig entdeckte ich gleich drei Stück hoch in den Bäumen, wovon einer sich sogar bewegte und den Baum ein Stückchen hinunter kletterte, was für uns – und wahrscheinlich auch den Koala selbst – natürlich eine große Attraktion war.


Adelaides zweite Chance


In der Zeit nach der Great Ocean Road und vor Adelaide kehrten wir in Millicent, Southend und Beachport ein, drei ansich recht unspektakuläre Küstenorte im Süden von South Australia, von denen Beachport uns auf Grund seiner vielen kürzeren Spaziergänge am besten gefiel. Obwohl wir nicht unglaublich viel zu tun hatten, verging die Zeit mal wieder im Nu und ehe wir es uns versahen, befanden wir uns auf dem etwa fünfstündigen Weg von Beachport nach Adelaide. Die Hauptstadt South Australias konnte uns bei unserem ersten Besuch im November nicht wirklich überzeugen, weshalb wir nun umso gespannter waren, wie sie uns einige Monate später gefallen würde. Da die meisten Campingplätze in der Nähe von Großstädten leider oft sehr teuer, dafür aber und nicht immer unbedingt sehr gut sind, haben wir uns mal wieder für eine AirB&B-Unterkunft entschieden, von welcher aus wir mit dem Zug einfach und schnell in die Stadt fahren konnten.

Und tatsächlich, obwohl ich es nicht unbedingt gedacht hätte, gefiel uns Adelaide auf dem zweiten Blick wirklich viel besser, als beim letzten Mal.

Vielleicht lag es an dem wärmenden Sonnenschein, oder einfach daran, dass wir nicht nur hauptsächlich durch die Fußgängerzone streiften, sondern uns auch andere Ecken wie die alten Universitätsgebäude oder den wunderschönen botanischen Garten anschauten. Obwohl Adelaide noch immer nicht zu unseren Lieblingsstädten zählt, kam sie mir bei diesem Besuch irgendwie sympathischer vor.

Zu unserer besonderen Freude entdeckten wir auch die Promenade neu und liefen nicht nur über den gepflegten Strand, sondern entdeckten in den Wellen sogar eine Gruppe Delfine, die nur wenige Meter vom Strand entfernt auftauchten. Im ersten Moment sah ich nur eine der dreieckigen Rückenflossen, die ich fälschlicherweise einem Hai zuordnete, bis Simon und ich gebannt auf das Wasser blickten und sogar einen der Meeressäuger kurz aus dem Wasser springen sahen.


Auch bei am Ende bewölktem Wetter gefiel uns Adelaide dieses Mal besser als zuvor
Auch bei am Ende bewölktem Wetter gefiel uns Adelaide dieses Mal besser als zuvor

Einen nicht so erfreulichen Zwischenfall hatten wir dagegen auf einer abendlichen Fahrt vom Kino zurück zu unserer Unterkunft, bei der uns ein Autofahrer an einer roten Ampel durch wiederholtes Hupen darauf aufmerksam machen wollte, dass unsere Frontscheinwerfer nicht funktionierten. Da Simon das Licht natürlich angemacht hatte und die Straße auf Grund der zahlreichen Laternen hell erleuchtet war, bemerkten wir dies zunächst nicht und fragten uns lediglich, weshalb der Autofahrer so erbost hupte und uns auch etwas unverständliches zurief. „Denkt der, dass wir grün haben?“, fragten wir uns und rätselten wir. Als wir dann aber ein wenig weiterfuhren und in einen dunkleren Abschnitt kamen, bermerkten wir es selbst: Irgendetwas stimmte mit unseren Scheinwerfern nicht. Wie lange sie schon nicht mehr ihren Dienst absolvierten konnten wir nicht sagen, da wir nur sehr selten im Dunkeln fuhren. Also fuhren wir am nächsten Tag direkt zu einem lokalen Nissan Händler und tatsächlich fand sich jemand, der das Problem kostenlos und innerhalb weniger Minuten wieder in den Griff bekam. Allerdings sollte diese Lösung nicht von Dauer gewesen sein, wie wir nur einige Zeit später merkten... Es gibt halt immer Probleme mit dem Auto, wenn das alles ist, soll es uns aber Recht sein.

Mit ansonsten aber durchaus positiven neuen Eindrücken von Adelaide als entspannter Metropole, fuhren wir nach sechs Tagen Aufenthalt schon wieder weiter und machten uns auf die aufregende Reise durch das Outback, welche in Port Augusta begann.


 

Die Route:

Melbourne, Kennet River, Twelve Apostels, Beachport, Adelaide


 

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