Eine Woche im wunderschönen Sydney
- Pengwingstravel
- 2. Jan. 2018
- 6 Min. Lesezeit
Aktualisiert: 9. Juni 2018
27. Dezember 2017 - 02. Januar 2018

Erste Eindrücke in Sydney
Als wir am Morgen des 27. Dezembers 2017 unsere Augen öffneten und uns noch etwas verschlafen anschauten, wurde uns bewusst, dass endlich der Zeitpunkt für uns gekommen war, unser Stromkabel einzupacken und in die gefühlte Hauptstadt Australiens zu fahren.
Die Rede ist natürlich von der Weltmetropole Sydney! Da wir ungefähr 150 Kilometer von Nowra bis zum Vorort Newtown vor uns hatten, ging es direkt nach dem Frühstück auf die Fahrbahn, schließlich waren wir schon freudig aufgeregt und konnten es kaum erwarten, den Hafen mit seiner berühmten Oper und der imposanten Harbour Bridge endlich einmal mit eigenen Augen zu sehen.
Anstatt hauptsächlich den Princess-Highway zu benutzen, entschieden wir uns dafür, einen kleinen Umweg entlang der Küste nördlich von Wollongong zu fahren. So führte unser Weg direkt vorbei am Meer, an wunderschönen Stränden und an atemberaubenden Strandhäusern, um die man die Besitzer zugegebenermaßen schon beneiden kann.
Nach ungefähr zwei Stunden Fahrt hatten wir unser Ziel, eine Airbnb Wohnung im zentrumsnahen Stadtteil Newtown, schon fast erreicht. Allerdings war es doch etwas schwierig, sich auf Anhieb in dem Vorort von Sydney zurecht zu finden und so musste unsere Vermieterin uns erst einmal über das Handy erklären, wie man denn zu ihrem Grundstück fahren kann. Als wir dann schließlich doch noch vor dem Gebäude parkten, begrüßte sie uns direkt herzlich bei sich Zuhause und ihre Wohnung, die im Bohemian-Style eingerichtet ist, gefiel uns auf Anhieb. Da es erst früher Nachmittag war, beschlossen wir ohne lange zu zögern, direkt mit dem Zug zum Circular Quay, der Hauptstation am Port Jackson, zu fahren.
Wie auch in Melbourne, ist es in Sydney sehr verbreitet statt Papiertickets für öffentliche Verkehrsmittel ausweisgroße Plastikkarten mit sich zu führen. In Sydney heißen diese Opalcards, haben allerdings das gleiche Prinzip wie die in Melbourne verwendeten Mykis: Man lädt seine Karte an einer speziellen Maschine mit einem frei wählbaren Betrag auf und hält beim Betreten des Buses oder der Zugstation die Karte gegen einen Sensor. Wenn man sein Ziel erreicht hat und den Bus oder den Bahnhof verlässt, hält man die Karte erneut gegen ein Sensorgerät, woraufhin der Betrag der entsprechenden Fahrt von der Karte abgebucht wird.

Glücklicherweise hat Jan uns direkt zwei Opalcards zur Verfügung gestellt, die sie extra für ihre Gäste gekauft hat, weshalb wir uns ein Anstehen am Verkaufsschalter des Bahnhofes ersparen konnten. Schließlich kann es dort ziemlich voll werden, wenn zahlreiche Touristen sich für ihre Erkundungstouren durch die Stadt eine solche Karte erstehen wollen. Da sich sogar noch jeweils ein paar Dollar auf unseren Opals befanden, konnten wir direkt durchstarten und zum, nur fünf Minuten von unserer Unterkunft entfernten, Zugstation marschieren.
Die Züge in die Stadt fahren ungefähr alle fünfzehn Minuten und passenderweise konnten wir direkt in einen einsteigen. Da wir beschlossen hatten, ein kleines Video von Sydney und vor allem der Silvesterfeier zu drehen, hatte ich bereits im Zug meine Kamera griffbereit, um auf der Fahrt bereits die ersten Eindrücke filmisch festzuhalten. Als Simon mich auf einmal darauf hinwies, dass sich links von uns bereits der Hafen befinde, war ich doch ziemlich perplex, schließlich hatte ich nun wirklich nicht damit gerechnet, dass man bereits vom Zug aus das berühmte Opera House und die Harbour Bridge zu sehen bekommt!
"Oh wow, wie cool ist das denn bitte?!"
Kaum aus dem Zug gestiegen, befanden wir uns also schon direkt mitten im Großstadtgetümmel, welches sich natürlich hauptsächlich am Hafen abspielt, ist dies doch das Wahrzeichen dieser wunderbaren Stadt und natürlich die erste Anlaufstelle für Besucher aus aller Welt.
Zudem hatten wir auch noch besonderes Glück, da das australische Wetter sich mal wieder von seiner allerbesten Seite gezeigt hat und die Sonne von einem wolkenlosen, strahlend blauem Himmel auf uns schien und so den Hafen in allerbestem Licht präsentierte.
„Oh wow, wie cool ist das denn bitte?!“, freuten wir uns, beeindruckt von der imposanten Harbour Bridge und der wohl berühmtesten Oper der Welt. Zunächst beschlossen wir, uns diese mal etwas genauer anzusehen.
Das Opernhaus in Sydney, welches als Wahrzeichen der Stadt gilt, wurde im Jahre 1973 eröffnet und von dem dänischen Architekten Jörn Utzon entworfen. Als Vorlage für die doch recht eigenwillige Gestaltung dienten ihm übrigens Orangenschalen, was man, meiner Ansicht nach, jedoch nur mit etwas Fantasie erkennen kann.
Wir liefen also einmal um die Oper herum, allerdings konnten wir keinen Blick in das Innere des Gebäudes erhaschen. Zwar gibt es ein für jeden zugängliches Restaurant, doch mit unserem knapp bemessenen Backpacker-Budget, wollten wir gar nicht erst wissen, wie teuer es wohl ist, dort zu speisen. Zudem ist es in Sydneys Hafengegend grundsätzlich nicht gerade preiswert, weshalb mal wieder das berühmt-berüchtigte Fast-Food her musste.

Natürlich wollten wir auch noch die Harbour Bridge in Augenschein nehmen, liegt sie doch nur wenige Gehminuten von der Oper entfernt. In unserem Reiseführer hatten wir zuvor gelesen, dass man für ungefähr 250 AUD auf die Brücke klettern kann. Uns stellte sich nur die Frage: Warum? Schließlich kann man (nach dem Erklimmen von etwa 200 Stufen) auch ohne etwas dafür zu bezahlen die Brücke überqueren – Die Kletterer befinden sich nur geschätzte Zehn Meter höher auf dem Brückenbogen. Und ganz ehrlich gesagt wäre es uns auf keinen Fall wert, so viel Geld für eine gute Aussicht auszugeben.
Wobei die Aussicht auch so schon phänomenal ist, kann man doch super auf das Opernhaus und den Hafen blicken
Ein weiteres Highlight waren definitiv die Royal Botanic Gardens, die ich bei unserem nächsten Mal in Sydney unbedingt noch weiter erkunden möchte. Der Garten befindet sich auch direkt am Hafen und es gibt zahlreiche Bänke, auf denen wir auch gerne mal eine kleine Verschnaufpause einlegten, um die ganze Umgebung mit den interessanten Vögeln (wie zum Beispiel Kakadus) und den vielen bunten Blumen auf uns wirken zu lassen. Zudem finde ich es wirklich klasse, dass man alle drei Sehenswürdigkeiten total gut zu Fuß erreichen kann, da sie sich alle am Hafen befinden.
Erschöpft, aber sehr zufrieden, ließen wir den Tag bei einem Essen in einem wirklich wunderbaren Restaurant namens „Lentil is Anything“ in Newtown ausklingen: Dort kann man aus vier verschiedenen vegetarischen Gerichten wählen und zahlt am Ende so viel wie man möchte, bzw. in der Tasche hat. Ein total simples, aber großartiges Konzept und das Essen (Wir verspeisten an jenem Abend beide ein Gemüse-Curry) schmeckte auch noch klasse!
Weitere Erkundungen
Natürlich blieb es nicht bei dem einen Besuch der Innenstadt, schließlich verbrachten wir ganze sieben Tage in Jans Unterkunft und nutzen unsere Opalcards beinahe täglich. Zwar war es einen Tag so schwül und stickig, dass wir uns entschieden einen „Chill-Tag“ einzulegen, an allen anderen Tagen nutzten wir aber die Zeit und erkundeten die Stadt.
Auf der imaginären To-Do-Liste stand natürlich auch der berühmteste Strand von Sydney, der Bondi-Beach. Da wir dachten, diesen schon gerne sehen zu wollen, nahmen wir die strapaziöse Busfahrt auf uns: Am Bahnhof herrschte eine nicht enden wollende Schlange an badefreudigen Menschen, der Bus direkt zum Beach war total überfüllt und der Andrang wollte kein Ende nehmen. Schon ein wenig genervt, entschieden wir uns dafür, einen anderen Bus zu nehmen, der zwar in die richtige Richtung, allerdings nicht bis direkt an den Strand fuhr. Allerdings nahmen wir den anschließenden, etwa 15-minütigen Fußmarsch gerne für den, zumindest etwas leereren, Bus in Kauf.

Am Strand angekommen, bemerkten wir zunächst einmal eines: Es war proppenvoll. Natürlich war es schon abzusehen gewesen, dass es viele Menschen an einem sonnigen Tag an den Strand zieht, allerdings tummelte sich hier zu diesem Zeitpunkt wohl halb Sydney. Da alle schattenspendenden Sonnenschirme bereits vermietet worden waren und wir, Simons hellem Hautton geschuldet, nicht in der prallen Sonne sitzen wollten, entschieden wir uns dafür, einfach ein wenig am Strand entlang zu gehen und uns danach ein anderes Plätzchen zu suchen.
Es war proppenvoll!
Als unseres Füße das erste Mal das Wasser berührten, zuckten wir überrascht zurück: Das Wasser war unglaublich kalt! Man spürt also tatsächlich einen Unterschied zwischen dem milden indischen Ozean und dem im Frühling doch raueren Pazifik. Nachdem wir ein wenig durchs Wasser geschlendert sind, brauchten wir ein wenig Ruhe von den vielen Menschen, weshalb wir uns etwas entfernt auf eine Wiese an einem kleinen Abhang setzen, von wo aus man einen guten Blick auf die Surfer hatte. Anschließend beschlossen wir, eine kleine Wanderung zu den nächstgelegenen Stränden zu machen. Aufgrund des hohen Sonnenstandes am späten Vormittag wurde es schon ziemlich heiß, allerdings führte der Weg vorbei an wirklich schönen Klippen, weshalb man die Hitze schon in Kauf nehmen konnte.
Über die anderen Strände kann ich im Grunde nur eines sagen, und zwar, dass sie mir wesentlich besser gefallen haben, als Bondi. Die Gründe dafür sind recht simpel: Bondi ist ein sehr großer Sandstrand, wohingegen die umliegenden Strände, wie beispielsweise der Tamara-Beach durch Felsen und Steine deutlich interessanter aussieht.

Zudem sind die anderen viel kleiner, allerdings im Gegenzug auch nicht so überfüllt, was ich schon angenehmer fand.
Wenn wir also das nächste Mal in Sydney sind und Simons Familie uns einen Besuch abstattet, denke ich dass wir ihnen lieber die anderen Strände zeigen werden, laden diese doch viel mehr zum Träumen und entspannen ein.
Nach unserem mehr oder weniger erfolgreichen Strandbesuch, nahmen wir den Bus zurück in die Stadt, denn wir hatten noch ein weiteres Ziel auf der To-Do-Liste: Sydneys Chinatown. Als wir dort ankamen, fand gerade eine Art Markt statt, es gab verschiedene Stände mit asiatischem Essen, Schmuck, Klamotten und Dingen, die die Welt nicht braucht. Zudem waren die Häuser tatsächlich chinesisch gestaltet, mit den typischen roten Lampions an den Fassaden und zahlreichen chinesischen Schriftzeichen. Unseren aufkommenden Hunger stillten wir natürlich in einem der unzähligen Restaurants, es gab natürlich asiatisch (was auch sonst?!).
Nächster Blogeintrag: Über die Ostküste zurück nach Melbourne

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