Durch das rote Zentrum und zu dem wohl bekanntesten Stein der Welt an die Ostküste
- Pengwingstravel
- 16. Mai 2018
- 11 Min. Lesezeit
Aktualisiert: 12. Juni 2018
Von Adelaide nach Townsville
09. Mai 2018 - 17. Mai 2018
Port Augusta
Wir befanden uns erneut in Port Augusta, an jener Straßenkreuzung, an der wir vor knapp fünf Monaten von Perth in Richtung Sydney unterwegs gewesen waren. Der Weg von Adelaide hierhin war genauso nett-unspektakulär wie damals. Dieses Mal würden wir die dritte und letzte Ausfahrt nehmen – „Stuart Highway, Darwin, Northern Territory“, heißt es auf dem großen, grünen Straßenschild. Wir hatten geplant, den Ort als Ausgangspunkt zu einem Tagesausflug in die „Flinders Ranges“, eine wohl landschaftlich dramatische Gebirgskette ein paar hundert Kilometer nordöstlich von dort, zu nutzen. Das Wetter machte uns allerdings einen Strich durch die Rechnung, dort hinten sollte es in Strömen regnen.

So nutzten wir den Tag anstelle dessen für einen kleinen Spaziergang im nahegelegenen „Australian Arid Lands Botanic Garden“, um wenigstens etwas für den Tag zu tun zu haben. Wir wurden von einer durchaus schönen Anlage überrascht, die zum einen in dem eigentlichen, kleinen botanischen Garten heimische Wüstengewächse zeigt, und zum anderen einen weitläufigen Teil mit einigen Wegen beherbergt, in dem man einen wunderbaren Eindruck von Australiens Trockenregionen zu Fuß erleben kann. Als weiterer Höhepunkt hüpften auch noch zahlreiche Kängurus durch die Gegend und sogar eine Gruppe Emus graste friedlich zwischen ein paar Sträuchern – Bis wir kamen und sie auf einmal alle bis auf eins panisch davon rannten; dieses bemerkte uns anscheinend einfach nicht und fand es offensichtlich auch nicht komisch, dass seine Kumpanen plötzlich verschwunden waren.
Der Regen ließ uns hier zum Glück einigermaßen in Ruhe und so genossen wir die restlichen Stunden auf unserer Campsite mit rostroter Erde auf unseren Klappstühlen, im Punkt Farbe stellten wir uns schon fleißig auf das rote Zentrum ein.
Stuart Highway bis zum Uluru
Der große Augenblick der langen Fahrt in die Einsamkeit des trockenen, trostlosen und allzu sonnigen Outbacks kam am folgenden Morgen im strömenden Regen, wir hatten gerade noch in Ruhe gefrühstückt, schon floss scheinbar sämtliche rote Erde mit dem Regenwasser die Straße runter. So ließ es sich gut losfahren, uns hielt nichts mehr in Port Augusta – Und die regenverhangene Wüste waren wir ja schon von der Nullarbor gewöhnt.
Ganz so schlimm wie damals kam es dann allerdings doch nicht, nach etwa 100 km auf dem Stuart Highway war der Himmel blau soweit das Auge reichte und das sollte sich in der gesamten Zeit im Landesinneren auch nicht mehr ändern: Zum Glück!
Im Vorhinein stellten wir uns immer eine schnurgerade Straße inmitten einer roten, flachen Landschaft vor, auf der wir jeden Kilometer zählen und uns ständig nach unserem Ziel an der Ostküste sehnen würden. Allein die Sehenswürdigkeiten Uluru und MacDonell Rages in der Nähe von Alice Springs bewogen uns zu dieser Route (da muss man doch gewesen sein!) – und wir mussten sowieso irgendwie in die Gegend von Cairns gelangen, um dann die Ostküste bis nach Sydney runterfahren zu können. Entsprechend überrascht waren wir dann, wie sich vor allem die Landschaft bis Alice Springs präsentierte: grün, überall wucherten diverse Bodendecker, wir durchfuhren zahlreiche Baumansammlungen, die man durchaus als Wälder beschreiben konnte, es ging ein paar Mal durchaus auf und ab, zumindest leichte Kurven standen an der Tagesordnung.

Wir fühlten uns, wie auf jeder anderen Hauptverkehrsstraße in Australien: Abgesehen von der offensichtlich außergewöhnlichen Landschaft fühlten wir uns ganz und gar nicht einsam (genauso, wie die Nullarbor), mindestens alle paar Minuten preschte ein PKW, Auto mit Wohnanhänger oder vollbeladener Road Train an uns vorbei – Vor allem die vielen fahrbaren Wohnungen fanden sich auch des Öfteren auf unserer Spur wieder. Diese gelegentlichen Überholmanöver waren wohl die größte fahrerischen Herausforderung in der Wüste. Abgesehen von den Lastwagen waren wohl fast alle Fahrzeuge andere Reisende, was uns dann ganz schnell verdeutlichte, wie leer die Straße ohne die Touristenattraktionen im Outback sein würden und andersherum, wie viel endlose Kilometer die Touristen auf sich nehmen, um die Sehenswürdigkeiten dieser Region zu erkunden.
Und heiß, dachten wir, muss es im Outback ja immer sein! Als wir in ein paar Monate zuvor in Lakes Entrance bei 45 °C vor uns hin schmorten, erwogen wir tatsächlich eine Alternative zur Hitzefalle Outback. Nichts da, wir mussten da durch, und schauten auf einer Klimatabelle nach, dass es ab Mai deutlich kühler sein sollte. Und tatsächlich, auf der gesamten Strecke war eher die Kälte, vor allem in der Nacht, ein Problem: Maximal 22 °C am Tag mit Sonne und unter 10 °C Nachts. Darüber waren wir ersichtlich froh, da wir somit in der Lage waren, etwas draußen rumzulaufen, ohne gleich einen Hitzeschock zu erleiden.
Unser erstes Etappenziel war das Roadhouse Marla mit ein paar Hütten Drumherum, „der letzte Ort in South Australia“ – da sieht man mal, in welchen Größenordnungen das Leben hier spielt. Eine Campsite neben erstaunlich grünem Gras versüßte uns den schon angebrochenen Abend, aber drauf stehen dürfen keine Autos, sondern nur Zelte, er wurde wohl über Jahre größter Hingabe zurechtgepflegt.
Wir überquerten die Grenze zum Northern Territory, wo wir in dieser Etappe nur vier Tage verbringen werden. Kurz danach überquerten wir den „Tropic of Capricorn“, den südlichen Wendekreis. Bis hierhin wandert die Sonne im Sommer auf der Südhalbkugel, ab diesem Punkt beginnt die Tropische Klimazone. Naja, wenn man sich nicht inmitten einer einsamen, flachen Wüste befinden würde.
Uluru
Neben dem Opernhaus und der Hafenbrücke in Sydney steht wohl der Uluru (früher: Ayers Rock, die Regierung hat 2002 den Aboriginals das ihnen angestammte Land wiedergegeben und den Namen offiziell zurückgeändert) am meisten als Symbol für Australien: Ein einsamer Inselberg, der so häufig fälschlicherweise für einen Monolithen gehalten wird, in der Mitte der flachen Ebene im Südwesten des Northern Territory, der die Reste einer alten, längst wegerodierten Gebirgskette darstellt. Heilig für die Aboriginals, die ihn seit Ewigkeiten verehren und der einen großen Teil ihrer Vorstellung der Welt darstellt; auf der anderen Seite ein wahrer Magnet für unendlich viele Gruppen- und Individualtouristen ist, die in der Hochsaison dafür sorgen, dass das nahegelegene Yulara-Resort Platz vier der größten Städte des Northern Territory einnimmt.
Der Fels steht wohl wie wenig anderes im Zentrum von uralten Traditionen und modernem Massentourismus, in dessen Mitte es zu balancieren gilt.

Der „Lasseter Highway“, wie wir so oft sagten, der längste Abstecher unserer Reise, führt mehr als 250 km vom Stuart Highway nach Westen, und verbindet die Outback-Vorstellung schlechthin per Straße mit dem Rest des Landes. Auf ca. der Hälfte der Strecke sahen wir den „Mount Connor“, der von vielen Reisenden bereits für den Uluru gehalten wird – Wenn man den Unterschied kennt, sieht man ihn, wenn nicht, dann nicht. Warum der Uluru so viel bekannter als der Mount Connor ist, konnten wir uns nicht erklären und waren gespannt auf das Highlight vieler Outback-Reisender. Wir fuhren entlang des Flughafens „Ayers Rock“, der immerhin aus Cairns, Brisbane, Sydney, Melbourne und natürlich Alice Springs angeflogen wird, zum Campingplatz in Yulura; der „Ort“ wurde 1984 mit der Intention gegründet, den Uluru-Kata Tjuta Nationalpark vor den Touristenmassen zu schützen. Somit fanden wir uns inmitten der australischen Einsamkeit auf einem Campingplatz mit knapp 500 Stellplätzen wieder, der jedoch nur einen winzigen Teil der gesamten Resort-Anlage darstellt.
Doppelt so viel Geld, wie normal üblich verlangten sie hier für eine Übernachtung in der einzigen Übernachtungsmöglichkeit im Umkreis von 100 km, von daher haben wir unseren Trip im Vorhinein schon so geplant, hier nur eine Nacht verbringen zu müssen.
Allerdings präsentierte sich der Campingplatz netter als erwartet, wir dachten an eine riesige Sandfläche, wo Millionen von Campervans den Schlafplatz für die Nacht fänden. Wir hatten zwar einen Platz ohne Strom gebucht, dieser befand sich allerdings bei den Powered Sites, hier waren die Stellplätze mit hübschen Eukalyptusbäumen getrennt, wir hatten eine windgeschützte BBQ-Area in der unmittelbaren Nähe und das Beste: Direkt neben unserer Site begann ein kurzer Weg, der zu dem 200 Meter entfernten "Naninga Lookout" führt, von dem man eine wunderbare Aussicht auf den in der Ferne liegenden Uluru hat.
Nachdem wir uns einmal kurz auf dem Campingplatz umgesehen hatten, brachen wir zum Nationalpark auf, um uns den Inselberg etwas von Nahem anzusehen und dann zur „Sunset-Viewing-Area“ zu begeben, um obligatorischen Sonnenuntergang zu erleben, bei dem der Stein von dem immer röteren Licht angeschienen wird und er zu leuchten anfängt.
Im Informations-Zentrum im Park kann man vieles über die Geschichte und Vorstellungen der Aboriginals in Erfahrung bringen, wozu wir aufgrund des schon vorangeschrittenen Nachmittags nicht mehr die Zeit hatten. Von nahem sieht man erst, wie groß der Stein tatsächlich ist (10 km im Umfang) und entdeckt viele Kuhlen und Ausbeulungen, die eine Rolle in den Geschichten der Aboriginals spielen. Aus Respekt vor den Ureinwohnern ist es verboten, Fotos von diesen heiligen Stätten zu schießen, was erklärt, warum man nur die Gesamtaufnahmen kennt – meist bei Sonnenauf- oder -untergang, was unser Ziel für das Ende des Tages war.
Die Nationalparkverwaltung sorgt mit Halteverboten unmittelbar hinter der Viewing-Area dafür, dass die Besucher, wenn sie den Sonnenuntergang von Westen (was am schönsten ist!) sehen wollen, auch auf den dafür gedachten Plätzen bleiben und die heimische Vegetation nicht durch die vielen Touristen auf einem Fleck beschädigt wird. Zuerst überlegten wir uns, irgendwo einen anderen Ort zu finden, ließen es dann aber doch sein, da wir uns selbst zugestanden, dass es von Westen doch am Schönsten sein muss (genau!), und wir die potenziellen Touristenmassen somit über uns ergehen werden lassen müssten.

Mit bei weitem nicht so vielen Mitschaulustigen wie gedacht – wir rechneten mit hunderten Aus-Aller-Welt-her-Gereisten, die aus Bussen (oder vielleicht auch Flugzeugen und Kreuzfahrtschiffen, heutzutage weiß man ja nie) strömen würden, zum Glück gab es eine zweite Viewing-Area für Gruppenreisende, und der Autoparkplatz war angenehm in die Länge gezogen, was dem Ganzen eine immerhin halbwegs romantische Stimmung verlieh. Etwa eine Viertelstunde vor Sonnenuntergang, konnte man förmlich dabei zusehen, wie der ohnehin schon farbenfrohe Stein immer röter, und röter wurde, als würde er das gebrochene Sonnenlicht in sich aufsaugen.
Es war wahrhaftig eine schöne und ziemlich einzigartige Erfahrung, in der flachen Wüste einen typisch australisch-roten Inselberg mit saftig-grüner Vegetation drum herum beim Sonnenuntergang beobachten zu können.
Sonne weg, Autos weg, war die Devise. Wir zogen es in Erwägung, noch etwas zu warten, um die Szenerie im klaren Sternenlicht zu sehen, da testete ich eigentlich aus Jux und Tollerei noch einmal die Autolichter – und nix da. Wieder waren unsere Frontscheinwerfer ausgefallen und wir hatten noch 15 km bei immer weiter schwindendem Sonnenlicht vor uns. Wir nahmen die Beine in die Hand, Reifen quietschten auf dem Asphalt und es roch nach Gummi (naja, fast) und wir schafften es gerade noch so vor der kompletten Dunkelheit auf unseren Stellplatz. Glück gehabt.
Trotz des ausgefallenen Lichts wollten wir so viel vom einzigen Sonnenaufgang, der uns zu Verfügung stand, machen. Die vielen Kilometer zum Stein hinzufahren hatten wir zwar vorher geplant, und waren sogar schon ein wenig herumgelaufen, um den perfekten Aussichtspunkt (außerhalb der dafür vorgesehenen Flächen) zu finden, aufgrund der morgendlichen Dunkelheit und des nicht vorhandenen Willens, gegen alles zu fahren, was sich mehr als ein paar Zentimeter über dem Boden befindet, begnügten wir uns aber mit dem Blick von „unserem“ Aussichtspunkt. Und: Ja, auch hier war es wunderschön. Der Sonnenaufgang beschien den Stein auf eine andere, nicht weniger wunderbare Weise als der Sonnenuntergang, von dort hinten hatten wir im Vergleich einen aber noch besseren Überblick. Im Endeffekt war dieser Ausgang der Ereignisse keinesfalls schlechter, als wir es mit einer erneuten Fahrt in den Nationalpark hätten erwischen können, und wir waren überaus zufrieden mit unserer Ausbeute.
Alice Springs

Der dritte Tag unseres kleinen Outback-Ausflugs führte uns ins nur weniger als 500 km entfernte Alice Springs. Die Fahrt selber war vergleichbar mit der bis dahin gefahrenen Strecke, aber auf einmal fanden wir uns, inmitten einer unendlichen Leere, in einer Stadt mit rund 28.000 Einwohnern wieder. Alice Springs hat alles, was die größeren australischen Orte auch haben: ein (mittelgroßes) Einkaufszentrum mit Woolworth’s in der Stadtmitte, Bushaltestellen(!), zweispurige Straßen in eine Richtung, Ampeln, unterschiedliche Stadtteile usw. Wir waren förmlich überrumpelt von der Fülle an Eindrücken; wir hatten glücklicherweise im Vorhinein die Campingplätze am Uluru und in Alice Springs vorgebucht, weil der australische Winter begonnen hatte und die Urlaubssaison in der Region aufgrund von nun erträglichen Temperaturen gestartet war. Wir fuhren hin, um einzuchecken, Wäsche zu waschen und verließen ihn an dem Tag nicht mehr.
Ihren Ursprung hat die Stadt als Telegrafenstation auf dem Weg von Adelaide nach Darwin – das Signal war damals noch nicht stark genug, um die ca. 3000 Kilometer zwischen den beiden Orten auf einmal zu überbrücken. Noch bis 1929 lebten in dem Outbacknest nur ein paar hundert Leute, bis die Eisenbahntrasse, die "Great Northern Railway", von Adelaide fertiggestellt wurde und später auch der Stuart die Stadt asphaltiert erreichte – Innerhalb der nächsten paar Jahre erhöhte sich die Einwohnerzahl der Siedlung um ein Vielfaches und heute ist Alice Springs nach Darwin und Palmerston der drittgrößte Ort im Northern Territory.
Da wir in der Stadt das einzige Mal in unserem Outback-Aufenthalt zwei Nächte hatten, fuhren wir am folgenden Tag ein paar Kilometer in den westlichen Teil der MacDonnell Ranges, ein Gebirge, in dessen Mitte die Stadt Alice Springs in einer Art Lücke liegt, und es somit in zwei Teile teilt. Eine weniger gerade Straße, als wir erwartet hatten, führte uns durch die anmutige Hügellandschaft, die in dieser Gegend so deplatziert wirkt. Teilweise grenzten (ehrlich!) saftig grüne Hänge an hochgewachsene Eukalyptusbäume, viele knallrot-orangene Sandpisten führten zu entlegenen Häusern mit Plastikfässern als Briefkästen. Wir waren entzückt von dieser Augenweide, als wir nach Norden abbogen, um zur bekannten „Simpsons Gap“ zu gelangen.

Ähnlich, wie die „Heavitree Gap“, in der sich Alice Springs befindet, stellt diese Sehenswürdigkeit eine Lücke in der Hügelkette dar, ein ausgetrocknetes, aber erstaunlich breites, Flussbett mit einem Schild, mit der Aufschrift „Achtung: Krokodile!“, liegt zwischen den beiden steil abfallenden, schroffen Steinkanten. Ein netter Spazierweg führt vom Parkplatz ein paar hundert Meter etwas über dem Flussbett zur Lücke, ein paar Schilder informieren über Felsenwallabies, die Vormittagssonne bietet ein spektakuläres Schattenspiel mit den hohen Bergkämmen und der Spalte.
Insgesamt bietet die Landschaft ein harmonisches, wenn auch leicht unerwartetes Gesamtbild, was sie für uns eine der sehenswertesten Attraktionen des gut erreichbaren Outbacks machen.
Klar, wahrscheinlich ist der Uluru auch für uns das Highlight dieser gänzlich anderen Region Australiens, in der Simpsons Gap hatten wir aber gänzlich unsere Ruhe, konnten dieses kleine Naturspektakel alleine genießen und befanden uns inmitten einer abwechslungsreicheren Gegend.
Am Nachmittag schauten wir noch beim örtlichen Nissan-Händler vorbei (ein weiteres Zeichen einer pulsierenden australischen Metropole), der erneut einen kurzen Blick auf unser Licht-Problem warf, wie damals in Adelaide. Leider konnte er das Problem nicht wieder so leicht lösen, er müsse es zur Inspektion bringen, um zu wissen, was vor sich geht. Aufgrund von zeitlichen Engpässen und dem nicht allzu großen Bedürfnis, drei Tag in Alice Springs abzuhängen, einigten wir uns darauf, Jack in Cairns reparieren zu lassen.
Bis nach Townsville
Wir verließen Alice Springs auf dem Stuart Highways weiter in Richtung Norden, hier war schon Darwin ausgeschildert. Ehe wir uns versahen, hatten wir die Stadt nach wenigen Minuten bereits verlassen, auf den ersten Kilometern kurvten wir noch durch die Ausläufer der MacDonnell Ranges, bis uns die flache Einsamkeit wieder verschluckte. Immer noch auffallend grün, aber doch unspektakulärer, als der Weg bis dorthin, präsentierte sich uns der erste Abschnitt des nördlichen Teils des Stuart Highways. Die Straße war voll wie eh und je, wir überholten das ein oder andere langsame Fahrzeug und hielten ansonsten im Prinzip das Lenkrad fest.
Über 2.000 Kilometer wollten wir in den nächsten drei Tagen fahren, was auf (Vorsicht: Mathegenie!) durchschnittlich knapp 700 Kilometer pro Tag hinausläuft. Um gegen sieben Uhr aufstehen, frühstücken, Sachen packen, sechseinhalb Stunden Auto fahren, Nachmittags ankommen, kochen, etwas lesen, eine Folge „The Blacklist“ schauen und schlafen gehen, so gingen die ersten beiden Tage schnell vorbei.

In einem Roadhouse am „Barkly Highway“, jener asphaltierter Straße, die von Stuart Highway an die Nordostküste führt, hielten wir das erste Mal. Auf der nächsten Fahrt überquerten wir die Grenze nach Queensland und hatten somit die Liste sämtlicher Australischen Bundesstaaten abgehakt. Wir kamen nach Mount Isa, ein wirklich großer Bergbau-Ort, füllten unsere Mägen bei einer Fastfood-Bude, genoßen einmal kurz die Zivilisation und fuhren weiter. Auffällig hohe Berge begrüßten uns, sogar noch grüner, als die bei Alice Springs, harmonisch fügt sich die Straße in die durchaus reizende Hügelregion ein, Bäume sprießen an ihren Hängen, eine wahre Augenweide nach der langen Leere.
Kurz danach dominieren endlose Kornfelder das Landschaftsbild, der Weg fegt über die flache Ebene und Dutzende Greifvögel kreisen am Himmel, um nach Beute Ausschau zu halten und stehen auf der Straße, um sich an Aas satt zu fressen.
Alle zwei- bis dreihundert Kilometer durchquerten wir Orte, die immerhin so genannt werden dürfen, die zweite Nacht verbrachten wir im kleinen, aber schön beschaulichen „Julia Creek“. Am dritten und letzten Tag zogen wir voll durch bis nach Townsville am Pazifik, wollten wir doch endlich wieder Meer sehen, der Einsamkeit dann doch wieder entkommen, und in die langersehnte Tropische Klimazone eintauchen. Und: In Townsville fühlten wir uns pudelwohl!
Die Route:
Adelaide, Port Augusta, Uluru, Alice Springs, Mount Isa, Townville

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