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Reise, Reise und ein wenig Kultur

Aktualisiert: 19. Apr. 2018

Tag 6/7 - 2./3. Juni 2017: Bergen - Oslo / Oslo


Am Morgen nach der wirklich tollen Wanderung auf den Ulriken sind wir ganz entspannt zum Bergener Bahnhof geschlendert, schließlich hatten wir ja bereits im Voraus Plätze reserviert und die Strecke kannten wir ja bereits, da wir von Bergen aus wieder zurück nach Oslo gefahren sind. Weshalb? Das Bahnnetz in Norwegen ist, im Vergleich zu Deutschland, nicht sehr weit ausgebaut und von Bergen aus fahren die Züge quasi nur nach Oslo, über kleinere Orte versteht sich. Nachmittags gegen 16 Uhr sind wir dann erneut den anstrengenden Weg vom Bahnhof zum knapp zwei Kilometer entfernten Cochs Pensjonat (in dem wir auch schon die eine Nacht vor Bergen übernachtet haben) gestiefelt, immer mit leichter Steigung und quer durch die Innenstadt.

Das neue Zimmer befand sich genau gegenüber des Alten und irgendwie fühlte sich das ganze schon ziemlich vertraut an. Da wir die Innenstadt plus Oper ja nun schon ein wenig kannten und das Wetter leider auch zu wünschen übrig ließ, waren wir nur noch einmal kurz am Hafen, haben „Chill-Musik“ gelauscht, die in einer Bar über alle Lautsprecher gespielt wurde und sind dann zurück in unser Hostel gegangen, um dort noch ein wenig zu lesen und zu entspannen.



Am nächsten Tag konnten wir sogar ausschlafen (bis halb neun!), schließlich stand keine Zugfahrt auf dem Programm und die Tage haben wir ja doch meist sehr spontan gestaltet. An diesem Tag haben wir Oslo erst einmal richtig erkundet, trotz des leider nicht besonders guten Wetters (sprich Regen). Am Vormittag stand also ein zu Fuß gut zu erreichender Aussichtspunkt im Osloer Ekeberg Skulpturenpark auf dem Programm.

Auf dem Weg dorthin machten wir folgende Feststellung: In Norwegen gibt es unglaublich viele Elektroautos und auch Luxusautos der Marke Tesla sind reichlich vertreten. So machten Simon und ich uns einen Spaß daraus, stets nach Teslas Ausschau zu halten, um das besagte Gefährt bloß vor dem Anderen zu entdecken. Warum es in Oslo, bzw. in Norwegen generell, so viele E-Autos gibt, fanden wir später heraus, als wir zufällig auf ein Video zu dem Thema gestoßen sind; Seit Jahren versucht die norwegische Regierung die Norweger zum Wechsel von Benzinern auf E-Autos (bzw. mit Wasserstoff betriebene Motoren) anzuregen.

"In Norwegen gibt es unglaublich viele Elektroautos"

Um dies zu erreichen, ließ sich die Regierung auch einiges einfallen: Käufer müssen weder eine Mehrwertsteuer noch eine Anmeldesteuer zahlen, wodurch die Elektromodelle oft sogar günstiger werden als Autos mit herkömmlichen Verbrennungsmotor. Hinzu kommen weitere Privilegien im Straßenverkehr, so müssen E-Auto-Besitzer keine Mautgebühren zahlen und dürfen teilweise sogar kostenlos parken. Außerdem findet man, wenn man ein wenig darauf achtet, leicht zahlreiche "Aufladestationen", an denen Strom getankt werden kann.



Meiner Meinung nach ist diese Förderung eine ziemlich gute Sache, da in Norwegen mittlerweile ungefähr jedes fünfte verkaufte Auto mit Strom betrieben wird und die Zahl stetig ansteigt. Vielleicht würde so eine staatliche Förderung ja auch in Deutschland dazu beitragen, den Kohlenstoffdioxid-Ausstoß zu verringern (und gegen einen schicken und sogar bezahlbaren Tesla hätte ich wohl auch nichts ;) ).

Schließlich am Ekebergpark angekommen, ging es einen netten Waldweg entlang, hoch zu dem von uns angestrebten Aussichtspunkt, von welchem wir einen schönen Ausblick auf den Oslofjord und das Zentrum der Stadt genießen konnten.

Ein schöner Nebeneffekt waren natürlich auch die verschiedenen Kunstinstallationen, die man überall im Park bewundern kann. So kamen wir zum Beispiel an einer sprechenden Laterne vorbei, an einer sogenannten „Video-Grotto“; einer Art Steinhaufen in der ein großer Bildschirm eingelassen wurde, auf welchem verschiedene Videoanimationen zu sehen sind (beide Werke sind von Tony Oursler), an einem gläsernen Pavillon (von Dan Graham) und an zahlreichen weiteren Installationen.



Was ich zudem ganz interessant finde, der berühmte norwegische Künstler Edvard Munch hat in eben diesem Park, der bereits seit 1889 für viele Freizeitveranstaltungen genutzt wird, die Inspiration zu seinem berühmten Werk „Der Schrei“ gefunden.

Zum Schreien war uns aber nach diesem schönen Spaziergang nicht zumute, stattdessen hatten wir noch Zeit und Energie und so wanderten wir weiter, zum ungefähr sechs Kilometer entfernt liegenden Vigeland-Park. Der Park wurde nach dem norwegischen Bildhauer Gustav Vigeland benannt, der ihn auch selbst entworfen hat. Im Park kann man sehr viele Skulpturen bewundern, die allesamt Menschen allen Alters darstellen. Das Hauptwerk des Parks ist eine große Granitsäule, die aus 121 ineinander verschlungenen menschlichen Figuren besteht. Zugegebenermaßen konnte ich persönlich nicht besonders viel mit diesen Kunstwerken anfangen, schön ist der Park aber trotzdem allemal, da es auch viele wirklich toll bepflanzte Beete und große Grünflächen gibt.

Nach einem doch recht anstrengenden Tag und einem extrem guten Essen bei einem Thai Takeaway Shop, ging es für uns dann langsam aber sicher durch die Innenstadt zurück zum Hostel. Dabei sind wir an einem Musikfestival vorbeigekommen, das für alle öffentlich zugänglich war und uns sogar gefallen hat (was bei unserem Musikgeschmack ja nicht unbedingt der Fall ist)!

Den Abend ließen wir mit Youtube-Videos relativ früh ausklingen, schließlich ging es am nächsten Tag bereits um acht Uhr weiter nach Trondheim.


Tag 8 - 4. Juni 2017: Trondheim


Nach ungefähr sechs Stunden sind wir dann um 14.30 Uhr in Trondheim ausgestiegen, wo wir von echt nicht so gutem Wetter begrüßt wurden (Regen, Wind und Kälte ist definitiv nicht meine Lieblingskombination).

In unserem Hostel Schöller City Living hatten wir dafür das Beste Hotelzimmer überhaupt, wir hatten ein großes Doppelbett mit allerlei Kissen und Decken, einen Kühlschrank, einen Fernseher und ein eigenes Bad, was mich besonders erfreut hat. Vor allem als Backpacker kam man sich vor, wie im Luxushotel :D.



Obwohl das Wetter nun echt zu wünschen übrig ließ, wollten wir natürlich trotzdem noch ein wenig unternehmen, und so gingen wir zu einem nicht weit entfernten Leuchtturm am Meer (der sog. Ila Fyr). Als es dann aber noch mehr anfing zu schütten, haben wir schnell das Weite gesucht, was ein paar Kajakfahrer, die wir in den Wellen entdeckten, wohl auch früher hätten tun sollen. Nachdem wir dann nach dem Abendessen total durchnässt zurück in unser Zimmer kamen, beschlossen wir, den Rest des Abends einfach im Hostel zu bleiben, wo das Zimmer ja sowieso so gemütlich war.

Auch der nächste Tag startete entspannt, wir frühstückten in Ruhe und diskutierten ein wenig über den bevorstehenden Autokauf in Australien. Da wir um 12 Uhr auschecken musste, der Nachtzug von Trondheim nach Bodö aber erst um 23.30 Uhr abfuhr und wir den Tag ja nicht am Bahnhof verbringen wollten, ließen wir unsere Rucksäcke einfach im Hostel lagern, was zum Glück kein Problem war. Also gingen wir wandern, denn zum Glück hatte sich das Wetter zum Positiven gewandelt. In einem nicht weit entfernten Waldgebiet (das Landschaftsschutzgebiet Bymarka) ging es über Stock und Stein, wobei ich die Landschaft wirklich schön fand. Im Wald gab es einige höhere Ebenen und Bäche, was das ganze sehr abwechslungsreich machte. Auch einige mit Moos überzogene Felshänge schafften es, mich in ihren Bann zu ziehen :D

"Generell muss ich schon sagen, dass Norwegen landschaftlich einiges zu bieten hat, besonders für Freunde des Wanderns."

Nach ungefähr drei Stunden wandern gingen wir dann, an der Straße entlang, zurück zu unserem Hostel, da dies zwar kein schöner Weg, aber eine Abkürzung für uns war. Glücklicherweise fanden wir eine gute und sogar fast günstige Pizzeria in einem Wohngebiet, was wir uns dann einfach mal gönnten. Übrigens bekommt man in vielen norwegischen Restaurants kostenlos stilles Wasser, oft sogar gekühlt, was für uns natürlich perfekt war.



Um die übrigen sieben Stunden bis zur Abfahrt zu nutzen, sind wir anschließend einfach ein wenig durch die Gegend gelaufen oder haben uns eine Bank gesucht und gelesen. Ein e-book ist dabei wirklich praktisch, es passt in eine kleine Handtasche und wiegt fast nichts. Um 20 Uhr haben wir schließlich unsere Rücksäcke abgeholt und uns zum Bahnhof begeben. In der, doch sehr überschaubaren, Bahnhofshalle machten wir es uns dann gemütlich. Gut, dass Simon seinen Laptop mit hatte, denn so konnten wir uns die Wartezeit mit einer Folge der Serie Sherlock vertreiben. Der Zug stand dann schon um 23.15 Uhr am Gleis, also eine Viertelstunde vor der Abfahrt und ich nutze den stehenden Zustand mich schnell auf der Zugtoilette "bettfertig zu machen". Schließlich ist es schon wesentlich angenehmer seine Jeans gegen eine Jogginghose zu tauschen, besonders wenn man, wie wir, keinen Platz im Liegewagen hat. Praktischerweise bekamen alle Zuggäste eine Schlafmaske, eine Decke und ein kleines Kissen, was mir die Nachtfahrt wirklich sehr erleichtert hat.


Tag 9 - 5. Juni 201: Bodø


Um 9.15 Uhr erreichten wir Bodö (Sprich: Bode), wo wir ja nur einen siebenstündigen Zwischenstop einlegten, bevor es am Abend mit der Fähre weiter zu unserem Hauptziel, den Lofoten ging. In Bodö schien sogar die Sonne (!) und um wieder ein wenig unsere Wanderlust zu befriedigen schlossen wir unsere Rucksäcke und Einkäufe in ein Schließfach am Bahnhof ein. Ehrlicherweise muss ich zugeben, dass Bodø sowohl mir als auch Simon nicht besonders gut gefallen hat, wobei wir wahrscheinlich nur die unschönen Industriegebiete gesehen haben.



Etwas außerhalb der Stadt fanden wir dann eine kleine Bucht, die mit den Bergen im Hintergrund, einen ersten Vorgeschmack auf die Lofoten gab. Mit seinem weißen Sandstrand und (wirklich) türkisblauen Wasser kamen wir uns vor wie in den Tropen.

"So richtig Karibik-Style!"

Wir gingen weiter, der ansteigenden Straße entlang, bis Simon schließlich begeistert ausrief: "Hier war ich schon! Also bei Google Maps!" Gemeint war ein zunächst unscheinbar anmutender Weg, einen ca. 180 Meter hohen Hügel hinauf. Da wir sowieso nichts anderes vor hatten, machten wir uns daran, den doch sehr schönen Hügel zu besteigen. Der Ausblick war sogar wirklich toll, mir gefällt dieser Kontrast zwischen Meer und Bergen immer sehr gut.



Ansonsten ist mir außerdem die Farbe des mit Moos bewachsenen Gesteins in Erinnerung geblieben, denn sie war bräunlich bis gelb, was sehr ungewöhnlich aussah. Irgendwie kam mir dabei eine afrikanische Steppe in den Sinn,ob diese Assoziation gerechtfertigt ist, kann ich allerdings nicht beurteilen.

Den Rest des Nachmittags verbrachten wir lesend in der Sonne, bis wir um 16.30 Uhr auf die Fähre konnten. Tickets haben wir erst vor Ort gekauft, man stellte sich einfach in die Schlange, bezahlte und konnte dann direkt auf die Fähre. Das Ticket für die dreistündige Fahrt hat übrigens ca. 20€ pro Person gekostet, was ich total okay finde.

So kamen wir also erst am zehnten Reisetag zu unserem Hauptziel, aber wie besagt ein bekanntes Sprichwort: Der Weg ist das Ziel!




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