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Alles über's Reisen

Die Geschichte der Australien-Idee

  • Simon
  • 12. Apr. 2017
  • 12 Min. Lesezeit

Australien? Nach dem Abi? Da fährt doch jeder hin, geht's noch mainstreamiger?

Naja, es stimmt schon, mittlerweile ist der rote Kontinent am anderen Ende der Welt fast schon verpönt als Reiseziel nach dem erfolgreichen Absolvieren des Abiturs. "Die fliegen da doch sowieso nur alle hin um am Strand zu feiern und zu saufen. Ein zweites Malle ist das", meinen wohl viele, "die Hälfte der Menschen, die du kennen lernst, ist selber deutsch!", sagen andere. Hört man zumindest. Wir denken uns: Hoffentlich nicht.


Kängurus beim Sonnenuntergang

Fangen wir von vorne an, auf die Idee kamen wir irgendwann am Anfang des neunten Schuljahrs im Englischunterricht. Wir waren damals ein paar Kumpels und ich, das Thema im Buch war für eine Lektion - wer hätte es gedacht - Australien. Nach den vorherigen Schuljahren, in denen die anderen englischsprachigen Länder wie Großbritannien oder die USA für ein ganzes Buch(!) Thema waren, kam nun das kleine Fleckchen am unteren Rand der Karte für eine einzelne Lektion auf ca. 15 Seiten dran.

"Wir bauen uns einen Helikopter und fliegen von hier nach Australien", meinte der eine, oder: "wir nehmen danach dann ein Känguru mit nach Hause!" Und ob wir das machen wollten! Irgendwann wurden wir dann natürlich zwangsläufig von der Realität eingeholt, der Gedanke wurde vergessen. Von allen? Nein! Ein von unbeugsamen Willen bevölkerter (oder besser: besessener) Junge hört nicht auf, dem Verfall der Idee Widerstand zu leisten (ok: die Idee aufzugeben).

Ich weiß nicht genau, wann ich anfing, wahrscheinlich war es eine Art fließender Übergang, aber irgendwann fing ich an, mich ein wenig im Internet über das Thema schlauzumachen. Ein paar Bilder hier heruntergeladen, ein paar Reiseberichte dort gelesen, ich wurde immer mehr von dem Land überzeugt - übrigens ohne davon zu wissen, dass das Land als junge-Leute-Party-Fang gesehen wird. War das damals auch schon so? Ich weiß es nicht.


Wie Fiona auf die Idee kam...


Damals waren Fiona und ich noch nicht zusammen, hatten noch nicht einmal übermäßig viel Kontakt, noch war der Plan also, das Ganze allein zu machen. Wie es der Zufall aber wollte, fanden wir dann doch ein paar Monate später zueinander, irgendwann stellte sich auch heraus, dass sie die Idee auch befürwortete. Jetzt ratet mal wie sie auf das Land gekommen ist? Richtig, natürlich: durchs Dschungelcamp.

"Ja die waren doch immer in Australien in der Sendung, am Anfang ist die Kamera so auf das Land zugeflogen, dahin wo das Camp ist. Und ich fand's schön da, also will ich da auch hin." So oder so ähnlich klang ihre Erklärung, nachdem sie mir das Ganze erzählt hat und ich ziemlich baff daneben stand. Aber auch irgendwie lustig.

Später hat sie mir dann eine Karte gezeigt, auf der sie manche Orte markiert hat, wo sie schon mal war, wo sie noch hin will. Naja, natürlich waren die Malediven auch eingezeichnet. DSDS halt... *seufz*


Ich weiß noch damals, das ist jetzt über 3 1/2 Jahre her, als ich das meiner Familie, meinen Großeltern erzählt habe. Sie fanden es immer gut, haben gesagt, ich solle das machen, was ich möchte. Was mir nach der Schule wirklich am Herzen liegt. Aber ich glaube, dass nicht alle immer daran geglaubt haben, "lass den mal reden". Irgendwie wusste ich aber schon immer, dass ich das machen wollte.

Zum 1. Oktober 2017 haben wir immer gezählt. Die Tage gezählt. Nach dem Abi, nach meinem Geburtstag Mitte September (bei dem ich dann erst 18 werde), um genug Zeit zu haben, das Visum zu beantragen, was erst möglich ist, wenn man volljährig ist. Irgendwann haben wir dann angefangen, ein bisschen später unseren WhatsApp-Status beinahe täglich auf die Countdown-Zahl aktualisiert. Bei 1150 fing es an, irgendwann stellte sich Anfang Oktober doch als etwas früh heraus, es verschob sich auf 202 (Stand: 13. April 2017) zum 1. November.


Zu meinem Sommerurlaub 2016 nach Schottland hatte sich mein Vater einen Reiseführer gekauft, um mögliche Ziele zu entdecken. Das Ganze sollte eine Art Mini-Roadtrip/-Camperurlaub werden, bei dem wir mit dem Auto jeden Tag etwas weiter fahren und uns spontan irgendwelche B&Bs suchen wollten. Also stand uns prinzipiell der gesamte Inhalt des Reiseführers zur Verfügung, welchen wir ein paar Monate vor Beginn der Reise ein paar Abende nacheinander durchkauten (jeder hatte vorher schon individuell diverse Orte im Buch markiert). Diese Abende waren einfach der Hammer, woraufhin ich wahrscheinlich meine Leidenschaft für Karten bzw. Reiseführer oder generell Reisevorbereitung gefunden habe. Klingt vielleicht komisch, ist aber so, ist aber nicht Thema dieses Eintrags - vielleicht ja ein anderes Mal.

Warum erzähle ich das Alles? Nach dem Urlaub kam ich dann auf die glorreiche Idee, mir einen Reiseführer über mein begehrtes Australien zu kaufen, wobei ich für den von Dumont entschied (schön übersichtlich, nicht so farblos, kurz: man hat Lust ihn ganz durch- und nicht nur anzulesen). Sogar Fiona hat ihn, wenn auch in einer reichlich langen Zeitspanne, durchgelesen. Leider konnte ich sie (noch nicht) von dem Ganzen überzeugen, so bleibt mir wohl die Arbeit vorbehalten, was auch seine Vorteile hat. :D Sie lässt mich halt machen: "Du machst das schon gut, mach du mal", naja, es gibt schlimmeres für mich.


Was macht Australien für uns so besonders?


Ich fing natürlich noch am selben Tag an ihn zu lesen, ein wenig australische Geschichte und kulturelle Hintergründe... was man alles über ein Land wissen kann! Dann begann ich, interessante Ziele zu markieren, mir einen Überblick zu verschaffen, was es denn alles so zu tun gibt - am allermeisten: Natur. Australien ist voll von wundervoller, einzigartiger Natur. Tropische Regenwälder im Norden, die Wüste, für die das Land doch so bekannt ist, im "roten Zentrum", Traumstrände, Gebirge. Irgendwie wird das Land oft als eine riesige Wüste abgestempelt - dabei ist es so unglaublich vielseitig. Zumindest sollte ich das so im Reiseführer oder in Blogartikeln lesen, in Vlogs oder Dokumentationen sehen, wie unterschiedlich sich das Land in den verschiedenen Regionen zeigt.

Und klar, Deutsche gibt es dort wirklich viele, liest man. Jeder, den du ansprichst, ist Deutscher, die machen alle Party, hört man. Das kommt natürlich viel durch das "Working Holiday Visum", das auch wir beantragen werden, dass es Deutschen erlaubt, sich bis zu ein Jahr in Australien aufhalten und arbeiten zu dürfen.

Uns ist das aber egal. Wir sind überzeugt von der Ursprünglichkeit mancher Gegenden, der Freundlichkeit der Menschen, der lockeren Mentalität. Und es doch wirklich so: man muss sich nicht, sofern man es nicht ausdrücklich will, in die Backpacker-Party-Orte schmeißen, natürlich, die gibt es, aber das ist überall so, ist man nun auf Malle, in Thailand oder eben in Australien.


Irgendwie ist das doch auch bestimmt der Traum vieler, sobald man kann, von der Schule "befreit" ist, sich ins Ungewisse aufzumachen. Und das alles am anderen Ende, frei von irgendwelchen Einflüssen der Eltern oder sonstigen Bekannten. Abenteuer, Spontanität, keine Verpflichtungen (zumindest größtenteils) während eines ganzen Jahres. Da hin zu fahren, wo man will, aber auch mal für sich selbst verantwortlich zu sein, ohne Hilfe von Mama und Papa - die gibt es da unten nun mal wirklich nicht, auch wenn man es doch mal wollte. Aber dadurch ergibt sich doch ein gewisser Erfindergeist, neue und unbekannte Probleme auf vielleicht auch unkonventionelle Art und Weise zu regeln. Hauptsache, man löst es.

Und klar, irgendwie selbstverständlich, aber in Australien wird Englisch gesprochen. Und es ist westlich. Spießig, keine Ahnung, auf jeden Fall war es für uns ein ganz großer Pluspunkt bei der ersten richtig großen Reise, die wir alleine (bzw. zu zweit) antreten, zu wissen, dass nicht alles ganz unbekannt sein kann. Vor allem Länder in Südostasien oder Südamerika können schnell zum Kulturschock werden - nicht, dass uns diese Länder nicht interessieren, eigentlich ganz im Gegenteil, diese stehen weit oben auf der Wollen-wir-mal-hin-Liste - fürs Erste passt Australien einfach perfekt zu unsren Wünschen. Es ist warm, es ist groß (also hat man viel zu tun) und man ist nicht sofort ganz verloren. Aber natürlich wollen wir danach auch die anderen Länder kennenlernen!


Wie sieht der Plan aus? Was machen wir die ganze Zeit?


Es geht ab in's Auto, in dem wir leben wollen. Also fahren, kochen, schlafen - vielleicht auch Mainstream, es gibt aber einen Geländewagen. Mit Four-Wheel-Drive, damit wir auch in die entlegensten Gegenenden fahren können, und uns der schlechte Zustand der Straße nicht aufhält. Wäre ja irgendwie blöd: "Da sieht's super aus, auch die Berichte hörten sich klasse an. Lass uns mal da hin fahren... Oh, können wir doch nicht, die Straße hat zu viel Schotter". Nee, dann doch lieber ganz flexibel sein, auch wenn es natürlich ein wenig teurer ist.

Ja, natürlich gibt es einen Plan, eine Route, wie sollte es anders sein. Dafür beschäftige ich mich einfach zu gerne damit, als dass wir es ganz auf uns zukommen lassen würden. Klar, die Zeit ist lang, sehr lang. Aber trotzdem ist das Land riesig, und wenn man auf der anderen Seite von einem Ziel ist, von dem man gerade herausgefunden hat, dass es es gibt, kann man nicht mal eben so dahin fahren. Die einem gegebene Zeit, obwohl sie in diesem Fall wohl reichlich viel ist, am effizientesten zu nutzen, war ja noch nie verkehrt.

Außerdem gibt es noch den, nicht ganz zu vernachlässigen, Aspekt des Klimas, bzw. der Jahreszeiten. Da Australien so riesig ist, es vor allen Dingen auch eine große Nord-Süd-Ausdehnung hat, variiert das Klima, und damit auch die Temperatur und der Niederschlag in den verschiedenen Regionen teils deutlich. Hauptsächlich im tropischen Norden (wo die Regenzeit im australischen Sommer/europäischen Winter (ca. November bis April) dauert) und im, im Winter, relativ kühlen Südosten, ist daher auf die Reisezeit achtzugeben.


Deshalb haben wir uns eine Route zusammengestellt, die uns insgesamt einmal um den Kontinent führt (bei genauerer Betrachtung an manchen Stellen sogar doppelt, dazu später). Aber diese ist nicht dazu da, zwei Wochen vorher zu wissen, was genau man an einem bestimmten Tag macht, was man Abends isst. Sie soll lediglich dafür da sein, eine grobe Richtung zu haben, für den Fall, dass einem an einem Tag doch spontan nichts einfallen sollte. Dann haben wir halt einen Plan für die Situation, wissen den Tag sinnvoll zu nutzen. Mag spießig klingen, ist aber für uns das Sinnvollste - schließlich erhoffen wir uns, so jeden einzelnen Tag vollstes ausschöpfen zu können.


Zu tun gibt es in Australien (wie schon öfter erwähnt) einiges, in jedem Fleck des Landes irgendwie was anderes. Es gibt die ursprünglichsten Nationalparks mit unzähligen Wasserfällen und exotischen Tieren, pulsierende Metropolen und entspannte Kleinstädte. Ob wandern, im Auto auf einem Road-Trip sein, am Strand chillen und den Sonnenuntergang zu genießen, die Großstädte unsicher machen oder in der Wüste die unendliche Weite bestaunen - es gibt unzähliges zu tun, wovon wir uns auf jede Einzelheit freuen. Manche Ziele sind schon bekannt, wo wir hinfahren werden, andere werden wir spontan entdecken, und wieder andere sind uns bekannt, werden aber wohl getrost links liegen gelassen werden, weil wir am Straßenrand ein viel interessanter klingendes Schild sehen. Oder so ähnlich.


Wo geht's lang?


Ja, die Route. Hat sie mich viel Zeit gekostet, wurde immer wieder auf den Kopf geworfen, neu erstellt. Attraktionen fielen weg, die Eltern kommen zu Besuch und erstellen ein neuen Zu-dem-Zeitpunkt-an-dem-Ort-sein-Punkt auf der Checkliste dar. Auch der Startpunkt, wohl oft eins der wichtigsten Themen hat sich des öfteren mal geändert, ob im oder gegen den Uhrzeigersinn gefahren wird des öfteren mal getauscht. Irgendwann pendelt sich ein gewisser Kern hinaus, der nur noch in gewissen Feinheiten korrigiert wird.

ßLos geht's am 1. November 2017 mit Etihad Airways ab Düsseldorf über Abu Dhabi in den Vereinigten Arabischen Emiraten nach Perth. Wir haben angenehme nur 19 Stunden Flugzeit insgesamt, der erste Flieger geht vormittags los, nur zwei Stunden Aufenthalt in Abu Dhabi und wir haben eine nette Ankunftszeit in Perth um die Mittagszeit - insgesamt also eine echt angenehme Verbindung.

Wir haben ein One-Way-Ticket über den Onlinedienst "STA-Travel" gebucht, die durch Jugendtarife deutliche billigere Angebote hatten, als die normalen Suchmaschinen, und damit der Hinflug alleine auch die günstigere Variante zu Open-Return war - den Hin- und Rückflug gleich zu buchen war uns einfach zu unflexibel.

Die Route: Perth, Adelaide, Canberra, Sydney, Melbourne, Tasmanien, Alice Springs, Cairns, Brisbane, Sydney, Brisbane, Cairns, Darwin, Broome, Perth

Das ist das, was nach dem ganzen hin und her herausgekommen ist. Auf den ersten Blick ziemlich unübersichtlich, auf den zweiten Blick eigentlich relativ gut strukturiert und schnell überflogen.


1. Perth - Canberra - Sydney: Im Endeffekt sind wir auf Perth als Startort gekommen. Warum? Im Prinzip, weil wir Sydney irgendwie blöd fanden - da startet ja quasi so ziemlich jeder - und wir aber (wie auch eigentlich jeder) in der Stadt Silvester feiern wollen. Da aber Anfang November etwas früh ist, um zwei Monate in Sydney und Umgebung auszuharren, haben wir uns eben eine andere Stadt ausgesucht, von der aus wir in eben diesen zwei Monaten dann nach Sydney fahren werden. Und Perth selber fanden wir dann auch cool: was anderes als die typischen Ostküsten-Startstädte, abgeschiedenen vom Rest Australiens (und damit auch quasi dem Rest der Welt), man ist so gleich mittendrin. Denken wir zumindest, wie es auf uns wirkt, wenn wir da sind, naja, sehen wir dann.

Vor allen Dingen der Südwesten vom Staat Western Australia (ab jetzt: WA) soll wohl verhältnismäßig regenreich und damit grün sein, also nichts wie hin! Danach geht es über tausende Kilometer über die baumlose Ebene der "Nullabor Plain", über die Halbinsel der "Eyre Peninsula", einmal um Adelaide drumherum, durch den Norden Vicotorias (VIC) nach Canberra, der unbekannten australischen Hauptstadt im eigens dafür gegründeten Australian Capital Territory (ACT) und danach in die wohl berühmteste Stadt, Sydney. Das Ganze in zwei Monaten mit immerhin knapp 5.000 Kilometern: Ein kleiner (oder vielleicht auch doch etwas größerer) Vorgeschmack, um Ende des Jahres in Sydney im Staat New South Wales (NSW) zu sein. Natürlich gibt's da die nötige Ration Opernhaus und Hafenbrücke sowie Bluemountains, die zwar bekannt, aber deswegen nicht unattraktiv sind (hoffen wir mal, denken wir mal).


2. Sydney - Melbourne - Tasmanien - Adelaide - Zentrum - Townsville - (Cairns): Diese etwas längere Aufzählung der Hauptorte, an denen wir uns orientieren werden kommt nicht von ungefähr, am Anfang des Jahres 2018 kommt die Südostküste des Landes, inklusive der vorgelagerten Insel und Staats Tasmanien (TAS), dran. Da um diese Jahreszeit der australische Sommer gerade auf Hochtouren läuft, lohnt es sich jetzt am meisten, dieses Stück Australien bei warmen Temperaturen und in einer etwas Niederschlagsärmeren Zeit zu erleben.

Stets an der Küste entlang nach Süden, das Meer zur Linken und die Berge zur Rechten geht es nach Melbourne. Da gibt's eine kleine Dosis Stadt, danach ab auf die Fähre nach Tasmanien, um im Sommer die Insel, die doch so anders als der Rest von Australien sein soll, zu bereisen. Danach über die touristisch äußerst bekannte "Great Ocean Road" Richtung Adelaide, vorher aber vorbei an zahlreichen Nationalparks und "Kangoroo Island", einer der größten australischen Inseln. Nördlich von Adelaide, in Port Augusta beginnt der legendäre "Stuart Highway", jene Straße, die durch das rote Zentrum des Landes bis ins tropische Darwin verläuft.

Die wohl berühmtesten Highlights im Outback sind wohl der Uluru (jetzt wieder offiziell, früher: Ayers Rock), und die MacDonnell Ranges rund um Alice Springs. Wir werden sehen, was es da sonst noch so für uns gibt. ;)

Das bekannte Straßendreieck bei "Threeways Roadhouse" im Northern Territory (NT) verbindet den Stuart Highway (Adelaide - Darwin) mit dem Barkly Highway (Threeways Roadhouse - Cloncurry). Genau diese Route werden werden wir jetzt einschlagen, noch einmal durch die unendliche Weite des Outbacks, bis irgendwann mit Townsville die Küste erreicht ist. Von da an geht es entweder einmal nach Norden bis nach Cairns und wieder zurück, oder dieser Teilabschnitt endet in Townsville - je nachdem wie viel Zeit wir für die folgende Etappe haben wollen.


3 & 4. (Cairns) - Townsville - Brisbane - Sydney & zurück: Die wohl typische Route für Australienbesucher: die Ostküste einmal hoch, bzw. in unserem Fall beides. Wohl einfach aus dem Grund, dass die Ostküste einfach viel zu bieten hat: den (fast) ständigen Kontakt zum Meer, eine relativ dichte Bebauung und damit eine gut ausgebaute Infrastruktur, was dem Urlaubstouristen für wenige Wochen wohl zuspricht. Und auch lässt sich diese Tour, wenn auch natürlich nicht in vollen Zügen, in ein paar Wochen abfahren, um die Highlights zu sehen. So sehen wir uns in dieser dritten großen Etappe der wohl standardmäßigsten Strecke entgegen, nichtsdestotrotz hat sie ja nicht ohne Grund solch viele Besucher.

Das Meer ständig auf der einen Seite geht es dann von Cairns bzw. Townsville nach Süden, ein Traumstrand folgt dem anderen, tropische Nationalparks in den im Inland gelegenen Hügeln verlocken zum Besuchen. Mit einer kleinen Tour durch die "Whitsunday Islands" Richtung Brisbane, der Hauptstadt des Staates Queensland (QLD) geht es um dann wahrscheinlich erstaunlich grüne Gefilde. Das Schöne ist: wir haben wahrscheinlich etwas über 2 Monate Zeit: Also genügend für die wildesten Abstecher und spontanen 400-Kilometer-als-eigentlich-nötig-Strecken.

Aber warum denn das Ganze wieder zurück? Naja zum einen müssen wir ja irgendwie wieder in den Norden kommen, um den Kreis zu schließen. Zweitens aber, um die gesamte Strecke mit meinen Eltern nochmal erleben zu können, die uns in den deutschen Sommerferien Ende Juli/Anfang August besuchen werden. Und natürlich nimmt man dann die obligatorische Ostküstenroute, die ja irgendwie für "Kurzurlauber" wahrscheinlich doch die eindrucksvollste Wahl ist.

Fionas Eltern sind hingegen nicht an die Schulferien gebunden, zweitens steht zum Zeitpunkt dieses Artikels noch nicht einmal fest, ob und wer überhaupt kommt - also nicht einberechenbar, die kommen wahrscheinlich dann dahin, wo wir zu dem Zeitpunkt sowieso sind. :D


5. Cairns(!) - Cape York - Darwin - Broome - Perth: Der letzte große Abschnitt der Einjahresreise vollendet die Umrundung des Kontinents: in ca. 2 1/2 Monaten nach der Abreise meiner Eltern geht es von Cairns im Nordosten zurück zu unserem Startpunkt Perth im Südwesten - eine weite Reise, bei der viel gefahren werden wird, trotzdem aber spontane Abstecher abseits der Hauptstrecke zur Regelmäßigkeit gehören werden. Allein ungefähr 2.000 der knapp 10.000 Kilometer der Strecke besteht aus der Fahrt zum "Cape York" über die - wer hätte es gedacht - "Cape York Peninsula", dem nördlichsten Festlandpunkt des australischen Kontinent. Auch wenn es sich lediglich danach anhört, damit wir sagen können: "Hey, wir waren am Cape York in Australien und ihr ganz bestimmt nicht!", ist es schon irgendwie besonderer als beispielsweise am östlichsten Punkt in Byron Bay zu stehen (wahrscheinlich mit sechs Reisebussen voll mit Asiaten zusammen). Natürlich würde man dort nicht unbedingt hinfahren, wenn es diesen besonderen Status nicht hätte, aber auch allein die Tatsache, an einen derart abgelegenen Ort nach so langer Zeit Schotterstraße zu sein, lohnt sich bestimmt (bzw. hoffentlich).

Naja, nach dem Kapp geht es dann weiter auf der heutzutage nach dem Bau der modernen Highways etwas in Vergessenheit geratenen "National Highway 1", bis wir in "Daly Water", einem der bekanntesten Roadhouses wieder auf den vor so langer Zeit von uns verlassenen Stuart Highway zu landen. Ab nach Darwin und die umliegenden tropischen Nationalparks, dann erstmals seit Langem wieder Richtung Süden, genauer gesagt Richtung Südwesten über die "Gibb River Road", bereits wieder in WA, durch die bis an die Küsten reichende Wüste nach Broome, bekannt für seine spektakulären Sonnenuntergänge. Dann noch an der Westküste entlang, einen Abstecher zur "Shark Bay", um nach etwas weniger als einem ganzen Jahr zurück in unserer Startstadt Perth anzugelangen.



Wir freuen uns riesig auf unsere Erlebnisse am anderen Ende der Welt, auf einem riesigeren, total abwechslungsreichen Kontinent. Ob und inwiefern diese hier beschriebenen Vorstellungen Wirklichkeit werden, wird sich herausstellen. Aber selbst wenn es alles ganz anders wird, werden wir das wohl aus einem guten Grund machen, wahrscheinlich weil es dann einfach noch besser wird als der Plan. Oder so.

Auf jeden Fall sind wir gespannt, was wir denken werden, wenn wir das Jahr und die damit verbundenen Erfahrungen hinter uns haben, und diesen Eintrag sehen. Einfach mal sehen.

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