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Alles über's Reisen

Ab ans andere Ende der Welt

  • Simon
  • 10. Nov. 2017
  • 6 Min. Lesezeit

Anreise & Perth

1. November 2017 - 10. November 2017

Anreise

Wir schrieben den 1. November 2017. Über drei Jahre haben wir darauf gewartet, nun ging es morgens um halb sechs zum Flughafen Düsseldorf. Früh, aber sicher ist sicher, um zwanzig nach zehn ging unser Flug nach Perth, Australien.

Auf einer absolut leeren A2 in Richtung Ruhrgebiet kamen wir deutlich zu früh an, sodass wir noch etwa zehn Minuten warten mussten, bis der Ethihad-Airways-Schalter öffnete: Es ging mit der Tochtergesellschaft von Emirates über Abu Dhabi in etwa 19 Stunden an die australische Westküste. Ein bisschen frühstücken, ein wenig herzliches Verabschieden mit der ein oder anderen Träne und drin waren wir im Sicherheitsbereich. Vor dem Gate hieß es dann noch einmal etwa eine Stunde warten, bis die Schalter öffneten und wir unserem Ziel mit dem ersten Flug ein Stückchen näher kommen würden.

Kurz vor dem Start am Flughafen Düsseldorf

Etwas vor der geplanten Abflugzeit hoben wir also bei geschlossener Wolkendecke vom Düsseldorf Airport ab, das letzte Mal Deutschland für etwas über ein Jahr. Über Tschechien, das Schwarze Meer, mit einem Schlenker um das Krisengebiet Syrien und vorbei am Iran, beobachteten wir ungefähr fünfeinhalb Stunden später die Hauptstadt der Vereinigten Arabischen Emirate von oben bei Nacht. Komplett beleuchtete Autobahnen ohne jegliches Fahrzeug und die totale Dunkelheit der Wüste in der Ferne begrüßten uns kurz vor der Landung in unserem Zwischenziel.

Überaus sauber präsentierte sich der Flughafen im Transit-Bereich, mit intensiven Sicherheitskontrollen auch zwischen den Flügen, Touristen aus aller Welt trafen auf die arabische Kultur mit Scheichs-Kluft und verschleierten Frauen. Nach zahlreichen endlosen Gängen fanden wir unser Gate: „Perth“, nur noch ein Flug trennte uns von dem Kontinent auf der anderen Seite der Erde. Erstaunlich unaufgeregt warteten wir also, umgeben von Australiern, die nach Hause fliegen, von Briten, die vermutlich Verwandte besuchen und die ein oder anderen Touristen, die aber scheinbar in der deutlichen Minderheit lagen.

Ein wenig später als vorgesehen verlassen wir das Gate und Abu Dhabi um halb 11 nachts. Die zehn Stunden werden sich besonders für Fiona als sehr langwierig herausstellen, bekommt ihr so viel fliegen hintereinander scheinbar nicht so gut. Nachdem wir die arabische Halbinsel verlassen hatten, flogen wir ausschließlich über den Indischen Ozean, der direktesten Route nach Südwest-Australien nach folgend - Nach zwei Mahlzeiten, dem ein oder anderen Übelkeitsanfall von Fiona und einem langen Landeanflug setzten wir schließlich um ein Uhr mittags Ortszeit im Flughafen Perth auf. Wir waren in Australien angekommen.

Einblick in die australische Gastfreundschaft

Vor dem Gate nach Perth in Abu Dhabi

Nach ein paar kleineren Sicherheitskontrollen, und ein paar Fragen des ‚Australian Department of Border Pro-tection‘, was wir denn in Australien wollten, gelangten wir in die überschaubare Eingangshalle des Flughafens. Beim Anstehen an der Sicherheitskontrolle haben wir ein deutsches Mädchen kennengelernt, mit dem wir uns letztendlich ein Uber-Taxi geteilt haben, was nach dem langen Flug deutlich angenehmer war, als mit dem Bus, Zug und etwas zu Fuß zu unserer Unterkunft zu gelangen.

Vorher jedoch, auf der Suche nach einem Taxi, sprach uns ein Mann an, ob wir nicht zufällig aus dem Flieger aus Auckland kämen. Nein, wir kämen aus Abu Dhabi. Schade, er warte auf einen Bekannten aus Neuseeland. Er kenne sich aber in Western Australia und vor allem in Neuseeland aus, wenn wir wollten, könnte er uns seine E-Mail-Adresse geben, falls wir Fragen über die jeweiligen Regionen hätten, könnten wir ihn einfach anschreiben. So ganz am Anfang, wir hatten noch nicht den Flughafen verlassen, war das wohl das beste Beispiel der australischen Gastfreundschaft – er hatte uns von sich aus angesprochen und das Ganze angeboten, war das doch schon eindrucksvoll, wenn wahrscheinlich Zufall. Trotzdem hat uns dieser erste Eindruck bis jetzt nicht enttäuscht.


Perth & Umgebung

Wir hatten für eine Woche ein Air B&B Zimmer im Perther Vorort Subiaco, wunderbar an das Zugnetz angebunden - Hauptsächlich hatten wir diese Woche gebucht, um nach dem Flug erst einmal eine Unterkunft zu haben, in der Zeit die Stadt zu erkunden, und: das Auto zu bekommen und darin ein Bett einzubauen. Wir hatten uns schon gedacht, dass es mit dem Ausbauen knapp werden könnte, wir uns zur Not noch ein Hostel nehmen müssten. Das Problem war aber erstaunlicherweise ein anderes.

Das Auto wurde am Freitag, also am Tag nach unserer Ankunft besichtigt, eine Testfahrt gemacht, und am Abend das Geld überwiesen. Durch die Zeitverschiebung schaffte es die deutsche Bank jedoch nicht mehr, den Prozess am Freitag durchzuführen, weswegen das Ganze erst am Montag erledigt wurde. Aufgrund dessen, und dem langen internationalen Überweisungsprozess konnten wir das Auto im Endeffekt erst am Freitag eine Woche später abholen.

Die Aktivitäten der Woche in Perth waren daher relativ durcheinander, hier ein bisschen, dort ein bisschen, ein wenig Zeit totschlagen, um auf das Auto zu warten. Deswegen werden die Orte, die wir in der Zwischenzeit besuchten, in der passendsten Weise aufgeführt:


Die City of Perth vom State War Memorial Lookout

Perth City

Die eigentliche ‚City of Perth‘ ist relativ klein und beschränkt sich im Wesentlichen auf die Hauptstraßen am nördlichen Ende des Sees des Swan River. Auf unserer Organisations-Tour (Bankkonto, SIM-Karte & Co.) liefen wir hin und her zwischen den Hochhäusern der westaus-tralischen Hauptstadt. Glasfront an Glasfront zeigte sich uns die Innenstadt an der St. Georges Terrace: Erstaunlich locker, mit vergleichsweise wenig Verkehr und kolonialen Gebäuden hier und Kirchen aus der ersten Jahren der Stadt inmitten der Hochhäuser präsentierte sich die Stadt uns. Obwohl wir beide die Natur der Stadt deutlich vorziehen, fühlten wir uns in der Metropole am Swan River pudelwohl.


Die Wohngebiete

Wohl offensichtlich keine Sehenswürdigkeit, fielen uns die diversen Wohngebiete als erstaunlich nett aus. Auf unseren Streifzügen zu und von den Zugstationen guckten wir links und rechts, auf die Häuser, allesamt verschieden, aber auf ihre Weise originell und schön anzusehen. Nichts, was man gezielt besuchen kann, aber etwas, wovor man sich nicht scheuen sollte: Wir finden, eine Stadt definiert sich auch durch seine Wohngebiete, dort, wo sich das wirkliche Leben abspielt, in diesem Fall absolut positiv.


Einer der vielen Wege durch den Busch des King's Park

King’s Park

Mitten in Perth gelegen, zu Fuß etwa zwanzig Minuten in die Innenstadt, lag dieser riesige Park perfekt zwischen unserer Unterkunft und dem Stadtzentrum. Wir haben uns auch vorher kaum Gedanken gemacht, wie dieser Park aussehen könnte, ich wusste nur, dass er groß ist. Mehrere Male kamen wir in der Zeit dorthin, lernten immer neue Gegenden kennen, und mochten ihn jedes Mal ein bisschen mehr. Auf der mehr als 4 km² großen Fläche erstrecken sich nicht nur Grasflächen zum Picknick machen: Der größte Teil besteht aus westaustralischen Buschland, mit Fuß- und Radwegen – Mitten in einer Millionenstadt läuft man also durch die australische Natur. Im Westen grenzt der Park an den Swan River, der an dieser Stelle eine Art großen See formt; durch die Erhebung des Parks hat man besonders vom ‚State War Memorial‘ einen fantastischen Ausblick über die Skyline der Stadt.

Den Südöstlichen Teil belegt der ‚Western Australian Botanic Garden‘, wo über 3000 verschiedene Pflanzenarten aus dem Bundesstaat bestaunt werden können – ein Beweis dafür, dass Western Australia eben nicht nur aus Wüste besteht, sondern durchaus viel einzigartige Flora und Fauna besitzt (v.a. aus dem Südwesten von WA).


Cottesloe Beach von der Mole aus

Cottesloe Beach

Perth liegt zwar in der Nähe der Küste, aber halt nicht ganz. Die eigenständige ‚Town of Cottes-loe‘ befindet sich aber an eben jener, und war mit der Fremantle-Train-Line super leicht von unserer Unterkunft aus zu erreichen. Ca. eine halbe Stunde dauerte die Anreise bis wir an einem der wohl beliebtesten Strände Perths ankamen. Wir waren dort insgesamt zwei Mal: Das erste Mal fand eine Art Schwimm-wettbewerb statt und es war Wochenende, weswegen der Strand entsprechend voll war. Trotzdem liefen wir ein wenig hin und her und bewunderten das vollkommen klare Wasser, klar genug, dass wir nochmal her kamen, und schwimmen gingen. Das zweite Mal während der Woche war es wesentlich leerer, bei angenehmer Temperatur und leichtem Wellengang schwammen wir das erste Mal im Indischen Ozean.


Sonnenuntergang in Fremantle

Fremantle

Der alte und neue Hafen von Perth, die eigenständige Stadt Fremantle besuchten wir an einem Abend, um uns den Sonnenuntergang am Meer anzusehen. Auf dem Weg zur ‚South Mole‘ liefen wir durch eine ruhige, aber noch viktorianisch anmutende Indus-triestadt, eine Mischung aus Kolonial-Zeit und Hafen-Stadt. Bei deutlich frischeren Temperaturen, da am Meer, setzten wir uns neben den südlichen der beiden Leuchttürme, die den Schiffen die Einfahrt in den Hafen erleichtern. Hinter uns im Inland türmten sich schwarze Gewitterwolken auf, auch über dem Meer hingen die ein oder anderen Regenwolken, was dem Sonnenuntergang eine noch spektakulärere Note verliehen.


Das Lake Monger Reserve

Lake Monger

Das ‚Lake Monger Reserve‘ liegt weniger als 5 km nordöstlich von der Innenstadt entfernt, westlich davon verläuft der Mitchell Highway, die Hauptver-bindung in Nord-Süd-Richtung. Die 70 ha große Wasserfläche besuchten wir hauptsächlich als Beschäftigung während wir darauf warteten, dass das Geld überwiesen wurde, um nicht nochmal zum Cottestloe Beach oder zum Kings Park zu gehen. Dementsprechend positiv überrascht waren wir nach einem kurzweiligen Spaziergang von unserer Unterkunft von der entspannten Atmosphäre des Sees und dessen Umgebung. Das Besondere sind u.a. die zahlreichen schwarzen Schwäne, die den See ihr Zuhause nennen, wir verweilten auf einer Bank unter Riesen-Palmen am Ufer, beobachteten den See beim leichten Sonnenuntergangslicht.

 
Der Südwesten von Western Australia

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